Mops-Affäre vor Landgericht Münster

Besitzerin will Schadenersatz von Stadt : Mops Edda wird zum Zankapfel vor Gericht

In der Affäre um den gepfändeten und über Ebay-Kleinanzeigen verkauften Mops Edda hat am Mittwoch ein Schadenersatzprozess vor dem Landgericht Münster begonnen.

Die Besitzerin, die das Tier vor knapp einem Jahr von der westfälischen Stadt Ahlen gekauft hatte, verlangt mehr als 20 000 Euro von der Stadt. Die Kommune hatte die Hündin bei einer Schuldnerin gepfändet, ein Vollziehungsbeamter pries sie später im Netz als gesund an. Die Klägerin, die den Mops für 690 Euro erstanden hatte, sieht sich getäuscht. Die Hündin - sie nennt sie Wilma - habe mehrere Operationen benötigt und brauche Medikamente.

Ihr Anwalt Wolfgang Kalla argumentierte kurz vor Prozessbeginn, der Beamte habe gewusst, dass der Mops krank und weniger wert gewesen sei und habe „vorsätzlich gelogen“. Seine Mandantin - eine Polizistin aus der Nähe von Wuppertal - fordere den Kaufpreis zurück und eine Übernahme der Arztkosten. „Wir sind nicht bereit zu einem außergerichtlichen Vergleich“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Fall habe große Bedeutung, weil auch geprüft werden solle, ob die Pfändung des Haustieres überhaupt zulässig war.

Die Stadt Ahlen hatte betont, sie habe bei Pfändung und Verkauf rechtmäßig gehandelt. Sie sieht sich durch ein Gutachten bestätigt. Mit einer Entscheidung schon am Mittwoch wurde nicht gerechnet.

(dpa)
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