Aachen: Mit einer Zunge reden und den Verkehr beschleunigen

Aachen: Mit einer Zunge reden und den Verkehr beschleunigen

„Gemeinsam geht es besser”, diesen Leitspruch der künftigen Städteregion wollen die Landräte der Kreise Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen sowie der Aachener Oberbürgermeister künftig auf besondere Art und Weise praktizieren.

Gemeinsam möchten sich Aachens OB Jürgen Linden, der Aachener Landrat Carl Meulenbergh und seine Kollegen Wolfgang Spelthahn aus Düren, Stephan Pusch aus Heinsberg und Günter Rosenke aus Euskirchen für eine Verbesserung der Verkehrswege in der gesamten Region ins Zeug legen.

Stärker als bisher werde man gegenüber Land, Bund und anderen Entscheidungsträgern auftreten und mit einer Zunge reden, bekräftigte OB Linden am Donnerstag bei der Vorstellung der Initiative in Aachen. Und er setzte noch einen drauf: „In der Vergangenheit ist im Osten viel geleistet worden. Jetzt sind wir mal dran.”

Landrat Pusch betont: „Die Zeit der Beschaulichkeit ist vorbei.” Sein Kollege Rosenke will vor allem mit einem gemeinsamen Auftritt „bei den Ministerien Eindruck machen”. Und Wolfgang Spelthahn bringt es auf den Punkt: „Wir sind zum Erfolg verdammt, wir stehen im Wettbewerb der Regionen und da müssen wir zusammenstehen und das Beste für unsere Bürger rausholen.”

Es geht den Fünf darum, künftig bei den Planungen, aber vor allem bei den Mittelvergaben, den Zuständigen klar zu machen, dass die Zeit der Kirchturmpolitik vorbei ist, großräumiger und sogar grenzüberschreitend gedacht werden muss. Auch müsse der ländliche Raum wettbewerbsfähig gemacht werden.

Landrat Meulenbergh liegt vor allem der zügige Ausbau der Autobahn 4 am Herzen. Der bedeutende europäische Transportkorridor auf der Ost-West-Achse werde durch die im September beginnenden Umbauarbeiten am Aachener Kreuz stark behindert, deshalb sei eine zügige Vorgehensweise notwendig. Der Aachener OB sieht, dass „das Tor zu den Niederlanden noch nicht weit genug aufgestoßen ist”. Er wünscht sich deshalb, dass es so schnell wie möglich eine Anbindung an das niederländische ICE-Netz von Aachen über Heerlen, Eindhoven nach Amsterdam gibt. Außerdem muss seiner Meinung nach die Verbindung der regionalen Verkehrssystem nach Maastricht optimaler gestaltet werden.

Landrat Spelthahn drängt auf einen dreigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Aachen und Köln mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm. Der Ausbau sei schon wegen des steigenden Güterverkehrs dringend nötig. Ebenso sieht er aber auch einen steigenden Bedarf zum Lückenschluss auf der Bahnstrecke zwischen Düren und Euskirchen und Linnich-Baal. Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch fordert ebenfalls einen besseren Straßenausbau. So müsse die derzeitige Bundesstraße 56n auf Autobahnniveau gehoben werden und eine vernünftige Anbindung an das niederländische Fernstraßennetz bekommen. Immerhin grenze der Kreis Heinsberg an ein südlimburgisches Ballungsgebiet.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass regionales Denken auch großräumiges Denken bedeutet. Um die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen zu unterstreichen wird zum 1. Januar 2010 eine Koordinationsstelle „Einheitlicher Ansprechpartner” als künftiger regionaler Lobbyist für die gesamten Verkehrsfragen eingerichtet.

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