Studie: Mit Brexit drohen Einkommensverluste in NRW

Studie : Mit Brexit drohen Einkommensverluste in NRW

Der Brexit würde das Bruttoeinkommen in Deutschland einer Studie zufolge wohl in Milliardenhöhe schmälern - und dabei auch Nordrhein-Westfalen treffen.

Komme es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens ohne Vertrag, müssten sich die Deutschen auf einen Einkommensverlust von fast 10 Milliarden Euro jährlich einstellen. Rein statistisch gesehen seien das pro Kopf rund 115 Euro weniger. Das schätzt eine Berechnung der Bertelsmann Stiftung, die am Donnerstag in Gütersloh veröffentlicht wurde. NRW wäre voraussichtlich besonders betroffen. Ein wichtiger Grund dafür sei, dass Großbritannien für den Export eine große Rolle spiele.

Laut Simulation ist in Deutschland mit regionalen Unterschieden zu rechnen. Bei einem „No-Deal“-Austritt nimmt die Prognose für die bevölkerungsreichen Regierungsbezirke Düsseldorf einen Einkommensverlust von etwa 650 Millionen Euro jährlich und den Regierungsbezirk Köln von knapp 560 Millionen Euro an. Regionen mit einem hohen Anteil an mittelständischen Unternehmen müssten sich eher auf negative Auswirkungen gefasst machen, darunter neben dem Rheinland auch etwa Ostwestfalen.

Ein geordneter Brexit mit Austrittsabkommen würde die Negativfolgen deutlich abmildern, betonen die Autoren. Sie hatten auf Basis von amtlichen Handelsdaten in zwei Szenarien - Brexit mit oder ohne Vertrag - Einkommensentwicklungen geschätzt, auf Grundlage erwarteter Veränderungen beim Bruttoinlandsprodukt.

Als Treiber für die erwarteten Verluste nennen die Prognose Zölle, die Waren verteuerten, aber auch einen wohl sinkenden Wettbewerb in Europa mit negativen Folgen für Preis- und Lohnentwicklung. Über Chancen und Risiken des Brexit für NRW wollten am Donnerstag auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und das NRW-Wirtschaftsministerium in Düsseldorf aus einer Studie berichten.

(dpa)
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