Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt: Missbrauchsvorwürfe gegen elf Priester der katholischen Kirche

Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt : Missbrauchsvorwürfe gegen elf Priester der katholischen Kirche

Die Staatsanwaltschaft hat gegen elf Priester des Erzbistums Paderborn Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eingeleitet. „Wir prüfen derzeit, inwieweit die Vorwürfe verjährt sind“, sagte Oberstaatsanwalt Christoph Zielke am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur zum Stand der Verfahren.

Zuvor hatten mehrere Medien über die Ermittlungen berichtet. Die Frage der Verjährung sei allerdings komplex, denn in den zurückliegenden Jahrzehnten habe sich die Rechtslage dazu mehrfach geändert. Auch gelten nach Auskunft der Staatsanwaltschaft je nach Schwere des Missbrauchs unterschiedliche Fristen.

Nach Angaben von Zielke werden zwei der Fälle durch die Staatsanwaltschaft Paderborn untersucht, neun Ermittlungsakten werden in diesen Tagen an die örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften weitergeleitet. Das Gebiet des Erzbistums reicht von Teilen des östlichen Ruhrgebiets über das Sauerland bis nach Ostwestfalen-Lippe.

Auslöser der Ermittlungen war eine Studie der katholischen Kirche, die im September 2018 veröffentlicht wurde. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben. Im Erzbistum Paderborn gab es rund 110 Hinweise auf beschuldigte Priester.

Nach Auswertung der entsprechenden Personalakten des Erzbistums sind laut Zielke am Ende elf Fälle von Priestern für weitere Ermittlungen übrig geblieben. In den anderen Fällen waren die Männer bereits tot oder es gab schon Strafverfahren.

(dpa)
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