Aachen: Missbrauch in Gangelt: Marc R. droht Sicherungsverwahrung

Aachen : Missbrauch in Gangelt: Marc R. droht Sicherungsverwahrung

Die Plädoyers in diesem Missbrauchsverfahren am Aachener Landgericht sind für den 9. April vorgesehen. Noch ist ungeklärt, ob die Öffentlichkeit zugelassen wird bei dem Termin. Am Dienstag jedenfalls, als eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ihr Gutachten über Marc R. vortrug, wurde der Gerichtssaal auf Antrag seines Verteidigers geleert.

Das überraschte insofern, weil die Expertise über den Mitangeklagten Patrick B. vor Publikum erfolgte. Der Niederländer und Marc R. sind des schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, der Vergewaltigung, der vorsätzlichen Körperverletzung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt.

Die Gutachter hatten für Patrick B., den Vater des misshandelten Kleinkindes schon eine Sicherungsverwahrung angeregt, und nach Informationen dieser Zeitung droht auch Patrick R. am Ende seiner Haftstrafe die Sicherheitsverwahrung. Auch der 31-Jährige gilt als „Gefahr für die Allgemeinheit“.

Zudem wird der Abiturient als schuldfähig ohne Einschränkung eingestuft. Patrick R. hatte im Verfahren darauf abgehoben, die Straftat unter Drogeneinfluss begangen zu haben, auch dafür gab es keine Hinweise. Der Angeklagte ist zudem ein Wiederholungstäter.

Das Landgericht Berlin verurteilte ihm 2010 zu einer fünfjährigen Haftstrafe, die er bis zum letzten Tag absitzen musste, ehe eine ebenfalls fünfjährige Führungsaufsicht verhängt wurde. Marc R. hatte ebenfalls seinen Sohn im Babyalter schwer sexuell misshandelt. Das Urteil ist am 18. April geplant — öffentlich.

(pa)
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