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„Licht und Schatten“: Ministerium präsentiert Naturschutzbericht für NRW

„Licht und Schatten“ : Ministerium präsentiert Naturschutzbericht für NRW

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hat ein gemeinsames Eintreten der Gesellschaft für den Schutz von Arten und Lebensräumen gefordert.

„Eine intakte Natur ist elementare Lebensgrundlage – sei es als Luftfilter, Wasserspeicher, Garant für gesunde Nahrung, für die nachhaltige Bereitstellung von Rohstoffen oder zum Schutz im Klimawandel“, erklärte die Ministerin in Düsseldorf vor dem Welttag des Artenschutzes am 3. März.

Am Dienstag stellte das Ministerium den nach seinen Angaben ersten Naturschutzbericht Nordrhein-Westfalen vor. Der Band enthält auf gut hundert Seiten Daten zur Natur in NRW sowie Angaben zu Schutzmaßnahmen. Über 43.000 verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten leben demnach in rund 70 verschiedenen Lebensraumtypen.

Der kritische Zustand der Artenvielfalt, aber auch Verbesserungen würden sichtbar, erläuterte das Ministerium. Populationen bedrohter Arten nähmen wieder zu. Einst verschwundene Arten kehrten nach NRW zurück. Als Beispiele wurden Biber, Störche, Uhu, Wanderfalke, Feldhamster und Fischotter genannt. „Wir sehen Licht und Schatten“, so die Ministerin.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warf der Landesregierung eine Blockadehaltung mit Blick auf den Naturschutz vor. Die Lage der meisten Arten in Nordrhein-Westfalen sei prekär. „Der Anteil der gefährdeten Arten liegt in NRW bei über 46 Prozent, Tendenz steigend“, erklärte der BUND. Mit der Ablehnung der Volksinitiative Artenvielfalt habe die Landesregierung ihren Beitrag zu dem Negativtrend geleistet. Im Sommer 2021 hatte unter anderem der BUND über 115.000 Unterschriften an den Landtag übergeben. Gefordert wurden mehr Artenschutz in Städten, Maßnahmen gegen das Zubauen der Landschaft sowie eine naturverträgliche Landwirtschaft.

Das Ministerium erklärte, zur Vernetzung der vielfältigen Lebensräume werde ein weiterer Ausbau des Verbunds von Biotopen geplant. Biotope sind Lebensräume bestimmter Tiere und Pflanzen. Ein Schwerpunkt der Artenschutzpolitik des Landes seien Initiativen in der Land- und Forstwirtschaft. So seien in der Zülpicher Börde am Rand der Eifel mit 165 Betrieben Maßnahmen wie Vertragsnaturschutz und Blühstreifen – mit Pflanzen, die Insekten Nahrung geben – vereinbart worden. Geplant sei ein Ausbau von extensiv genutzten Flächen und von Naturarealen in der Forst- und Landwirtschaft.

(dpa)