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Kaufhaus-Schließungen: Minister Pinkwart warnt vor Abwärtsspirale

Kaufhaus-Schließungen : Minister Pinkwart warnt vor Abwärtsspirale

Nach der angekündigten Schließung zahlreicher Häuser des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof hat die nordrhein-westfälische Landesregierung vor einer drohenden Abwärtsspirale in den Innenstädten gewarnt.

„Galeria Karstadt Kaufhof ist ein wichtiger Frequenzbringer in vielen Innenstädten“, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde des Landtags. „Es besteht die Gefahr, dass auch der umliegende Einzelhandel erhebliche negative Auswirkungen spüren wird und es im ungünstigsten Fall zu einer Abwärtsspirale mit weiteren Schließungen kommen kann“. Das Land wolle dem „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ entgegenwirken.

Der Warenhauskonzern hatte in der vergangenen Woche angekündigt, 62 seiner 172 Filialen bundesweit schließen zu wollen. Allein in NRW sollen inklusive vier Karstadt-Sport-Filialen 22 Häuser dicht machen. Pinkwart appellierte an alle Verantwortlichen, auch an die Vermieter, Wege zu finden, weitere Filialen vor der Schließung zu bewahren. Längerfristiger Leerstand in den Kommunen müsse unbedingt vermieden werden. Es müssten schnell Lösungen für Nachnutzungen gefunden werden. Erneut sprach sich Pinkwart dafür aus, wegen der Corona-Krise ausgefallene verkaufsoffene Sonntage in der zweiten Jahreshälfte nachzuholen.

Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) kündigte Gespräche mit den Oberbürgermeistern der betroffenen Kommunen über Wege gegen die Verödung der Innenstädte an. „Nirgendwo kann man den Puls einer Stadt besser fühlen als in einer Innenstadt“, sagte sie. Das Land habe 186 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Die Kommunen müssten aber auch Sorge dafür tragen, dass ihre Innenstädte einzigartig blieben und das Angebot nicht austauschbar werde. Auch der Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof stehe in der Verantwortung und müsse kooperieren, sagte Scharrenbach.

(dpa)