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ERC Grant an Prof. Hornef: Millionenschwerer Forschungspreis für Aachener Mediziner

ERC Grant an Prof. Hornef : Millionenschwerer Forschungspreis für Aachener Mediziner

Der Aachener Humanmediziner Prof. Mathias Hornef hat den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Grant des European Research Council (ERC) erhalten. Damit will er Infektionen bei Neugeborenen besser verstehen lernen.

Mit dem Geld möchte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der RWTH-Uniklinik unter anderem die Rolle von frühkindlichen Darminfektionen erforschen und Mechanismen der Krankheitsempfindlichkeit im späteren Leben identifizieren.

Infektionen des Verdauungsapparates sind nach wie vor eine der Hauptursachen für Kindersterblichkeit weltweit, erläutert die Uniklinik in ihrer Mitteilung. Unklar sei, warum vor allem in Entwicklungsländern manche Infektionen das Risiko der Kinder für langfristige Folgeschäden wie vermindertes Wachstum und eine eingeschränkte intellektuelle Entwicklung erhöhen.

Der Darm eines Neugeborenen wird nach der Geburt von Bakterien besiedelt, die vor allem von der Mutter sowie aus der Umwelt stammen und schließlich nach einigen Monaten ein stabiles Darmmikrobiom etablieren. Dies trage wesentlich zur Ausbildung eines reifen Immunsystems in dieser Zeit bei, heißt es in der Mitteilung.

 Der RWTH-Humanmediziner Prof. Mathias Hornef.
Der RWTH-Humanmediziner Prof. Mathias Hornef. Foto: RWTH

Gleichzeitig unterliege das Darmgewebe während der Neugeborenenperiode entwicklungsbiologischen Änderungen, die die Darmschleimhaut auf die besonderen Aufgaben während der bakteriellen Besiedlung aber auch während dem Wechsel der Ernährung von Muttermilch zu fester Nahrung vorbereiten.

Mit seinen Advanced Grants zeichnet der Europäische Forschungsrat (englisch ERC) exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die sich mit herausragenden Leistungen in der Forschungscommunity etabliert haben. Das Preisgeld dient dazu, innovative Projekte voranzutreiben.

Die Förderlinie ERC „Advanced Grants“ richtet sich an etablierte Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit einer herausragenden wissenschaftlichen Leistungsbilanz, die neue Forschungsgebiete erschließen möchten.

(red)