Aachen: Milde Strafen für rechte Bombenbauer

Aachen: Milde Strafen für rechte Bombenbauer

Zwei junge Bombenbauer aus der rechten Szene sind am Montag in Aachen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Die 20 und 25 Jahre alten Männer hätten mit selbstgebastelten Sprengsätzen einen Anschlag auf Polizisten und linke Demonstranten geplant, stellte das Gericht in der Urteilsbegründung fest. Die Freunde hatten im vergangenen Jahr Silvesterknaller mit Glassplittern präpariert, um damit auf einer Maidemonstration von Rechtsextremen in Berlin Polizisten und Gegendemonstranten zu verletzen.

Der Plan fiel bei einer Vorkontrolle auf und wurde verhindert. Das Gericht setzte die Strafe für den 25-Jährigen direkt zur Bewährung aus, bei seinem Freund soll in einem halben Jahr darüber entschieden werden. Er müsse erst beweisen, wie ernst ihm der geplante Ausstieg aus der Neonazi-Szene sei, sagte Richter Gerd Nohl. Der 20-Jährige war zum Zeitpunkt der Tat Mitglied der neonazistischen „Kameradschaft Aachener Land”. Sein Freund war nur gelegentlich bei Treffen dabei.

Die Kraft der Sprengkörper wäre nicht tödlich gewesen, stellte Nohl fest: „Sie waren aber erkennbar so konstruiert, dass sie in Körpernähe erhebliche Verletzungen hätten hervorrufen können.” Das Gericht verurteilte die Freunde auch wegen Schändung des Jüdischen Friedhofs in Aachen.

Die Jugendgerichtshilfe will den 20-Jährigen in einer intensiv betreuten Wohngruppe an einem geheim zu haltenden Ort weit weg von Aachen unterbringen. „Wir haben die Hoffnung, dass sie zur Besinnung kommen und wir sie hier als Angeklagte nicht mehr sehen werden”, gab Nohl beiden Männern mit auf den Weg.

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