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Unternehmer in der Krise: Metallarbeitgeber in NRW wollen Tariferhöhungen erst ab 2022

Unternehmer in der Krise : Metallarbeitgeber in NRW wollen Tariferhöhungen erst ab 2022

Zum zweiten Mal in der Corona-Krise gibt es in der Metall- und Elektroindustrie Tarifverhandlungen. Spielraum für schnelle Einkommensverbesserungen sehen die Arbeitgeber nicht - und stoßen bei der IG Metall auf heftige Kritik.

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie sehen wegen der anhaltenden Corona-Pandemie erst im nächsten Jahr Spielraum für Tariferhöhungen. In Nordrhein-Westfalen präsentierten sie am Freitag einen Vorschlag, der unter anderem einen „Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab dem Jahr 2022“ vorsieht. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall sind die Unternehmen zu einer Einmalzahlung im ersten Halbjahr 2022 sowie einer Erhöhung der Entgelttabellen im zweiten Halbjahr 2022 bereit.

Die IG Metall reagierte mit scharfer Kritik. Eine Nullrunde sei „schlicht inakzeptabel“, sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler. Das Konzept der Arbeitgeber sei „bei allen Themen eine Wundertüte ohne Inhalt“. Die Gewerkschaft verlangt „Zukunftstarifverträge“ für die einzelnen Betriebe sowie ein Entgeltvolumen von 4,0 Prozent, das bei schwacher Nachfrage auch zum Teilausgleich von Lohnausfällen bei einer Arbeitszeitverkürzung dienen könnte.

Zur möglichen Höhe von Einmalzahlung und Tariferhöhungen äußerten sich die Arbeitgeber nach der dritten Verhandlungsrunde für die rund 700.000 Beschäftigten der Branche in NRW nicht. Die Sicherung von Arbeitsplätzen müsse „absolute Priorität“ haben, betonte der Präsident von Metall NRW, Arndt G. Kirchhoff. Auch in einem Jahr werde nach heutigem Ermessen noch eine Vielzahl von Unternehmen um ihr Überleben kämpfen. Deshalb sehe der Vorschlag der Arbeitgeber einen Passus vor, der Unternehmen in der Krise von Zusatzbelastungen automatisch freistelle.

Das lehnt die IG Metall ab. Eine feste Automatik für eine Differenzierung zu fordern, sei „völlig an der Realität vorbei“, sagte Giesler. Auch den Vorschlag für tarifliche Regeln, die den Betrieben „passgenaue Gestaltungsmöglichkeiten“ bei der Beschäftigungssicherung und beim Umbau auf neue Technologien zu eröffnen sollen, stößt bei der Gewerkschaft auf Kritik. Dafür fehlten „jegliche belastbare Zusagen“, sagte Giesler.

Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen vor dem Auslaufen der Friedenspflicht Ende Februar zu einer weiteren Verhandlungsrunde in NRW zusammenkommen.

(dpa)