Messprobleme beim belgischen Atommeiler Tihange 2

Vorwürfe gegen Engie: Messprobleme beim belgischen Atommeiler Tihange 2

Schwere Vorwürfe gegen den Betreiber der belgischen Kernkraftwerke: Nach einem Bericht des belgischen Rundfunks RTBF soll es Probleme bei der Leistungsmessung des umstrittenen Meilers Tihange 2 geben.

Zunächst sprach der Sender davon, dass Betreiber Engie-Electrabel 17 Jahre lang keine korrekten Messungen vorgenommen habe, nahm diese erheblichen Anschuldigungen aber zurück. Ein Informant sprach von einer „ernsten Situation“.

Die Leistung werde regelmäßig überprüft, erklärte Unternehmenssprecherin Anne-Sophie Hugé gegenüber unserer Zeitung. Dabei werde der Druck des Wassers kontrolliert. Alle 18 Monate würden die Messgeräte kalibiert. Freiwillig würde man außerdem die Messgeräte von externen Beratern prüfen lassen. Bei der jüngsten Messung sei dabei eine Differenz zwischen dem internen und dem externen Messergebnis aufgefallen. „Das haben wir unverzüglich der belgischen Atomaufsichtsbehörde Fanc gemeldet“, sagte Hugé. Man analysiere die Zahlen jetzt.

Hugé widersprach der Schlussfolgerung von RTBF, dass der Reaktor über der von der Fanc genehmigten Leistung betrieben worden sei. „Dafür gibt es keinen Anhaltspunkt.“ Gefahr bestehe ohnehin nicht, weil Tihange 2 derzeit nicht in Betrieb ist. Es laufen Tihange 1, Doel 3 und 4. Tihange 3 könnte aber schon im Januar wieder ans Netz gehen. Der belgische Netzbetreiber Elia betonte die Wichtigkeit, weil die Wartung von Doel 1 und 2 länger dauern wird als ursprünglich geplant. Das hatte Engie diese Woche bekanntgegeben. Die Angst vor Stromknappheit besteht nach wie vor in Belgien.

(mgu)
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