Nörvenich/Aachen: Messerangriff im Spieleland: 17-Jähriger in Haft

Nörvenich/Aachen: Messerangriff im Spieleland: 17-Jähriger in Haft

Im Zusammenhang mit dem Messerangriff im Bubenheimer Spieleland in Nörvenich am 14. April sitzt ein 17 Jahre alter Staatenloser aus Düren seit Montag in Untersuchungshaft. Das teilte die Aachener Staatsanwaltschaft am Montagabend mit

Während einer Auseinandersetzung soll er einem 20-jährigen Verwandten den Kiefer eingeschlagen und, als der 20-Jährige auf dem Boden lag, mit einem Messer auf ihn eingestochen haben. Zudem soll er am selben Tag bei seiner vorläufigen Festnahme mehrere Polizisten angegriffen haben, wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt.

Gegen den 17-Jährigen wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der 20 Jahre alte Mann war nach den bisherigen Ermittlungen mit seinem 15-jährigen Bruder aus London nach Bonn gereist, um dort die gemeinsame Mutter zu besuchen. Am 14. April, einem Samstag, waren die Mutter und ihre beiden Söhne nach Düren gefahren, um dort Verwandte zu besuchen.

Gemeinsam fuhr die Gruppe, die Mutter und acht Jugendliche beziehungsweise junge Männer, nach Nörvenich-Bubenheim ins Spieleland. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei allen Mitgliedern dieser Gruppe um Angehörige derselben ethnischen Minderheit handelt. Während des Besuches kam es am Abend zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen der Mutter und ihren Söhnen auf der einen Seite und den sechs jungen Männern aus Düren auf der anderen Seite. Worum es bei dem Streit ging, ist im Moment noch Gegenstand der Ermittlungen.

Nach einer Weile sei es offenbar zu Handgreiflichkeiten gekommen, der 17-Jährige schlug dem 20-Jährigen aus London mit solcher Wucht ins Gesicht, dass er Zähne verlor und sein Kiefer brach. Am Boden liegend wurde der 20-Jährige von mehreren Tätern getreten und geschlagen, der 17-Jährige soll ihn mit einem Messer verletzt haben. Auch der 15-jährige Bruder wurde mit Schlägen und Tritten traktiert, er erlitt allerdings nur leichte Verletzungen. Sein Bruder kam schwer verletzt ins Krankenhaus, aus dem er mittlerweile aber entlassen werden konnte.

Als die Polizei damals am Tatort eintraf, waren die sechs Männer aus Düren bereits zu Fuß geflüchtet, konnten im Laufe des Abends aber gestellt und vorläufig festgenommen werden. Vorher beleidigte der 17-Jährige eine Beamtin und schlug den ihn festhaltenden Polizisten mit beiden Fäusten gegen die Schulter. Anschließend stieß er ihn laut Staatsanwaltschaft in einen Wassergraben. Auf die Beamtin, die ihrem Kollegen zu Hilfe kommen wollte, schlug er mit voller Wucht ein. Ein Kollege versuchte, den 17-Jährigen von weiteren Schlägen abzuhalten, "worauf der 17-Jährige sich mit seinem ganzen Gewicht auf sie legte und ihr die Hand verdrehte", wie es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt. Die Polizistin sei bis heute dienstunfähig.

Die Vernehmung der Männer aus Düren hatte zunächst keine Hinweise darauf ergeben, wer zugestochen, wer geschlagen und wer getreten hatte. Deswegen musste die Polizei die Männer damals wieder auf freien Fuß setzen. Eine DNA-Spur führte die Ermittler nun auf die Spur des 17-Jährigen, der am Montag festgenommen werden konnte. Ein Richter ordnete auf Antrag der Aachener Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an. Nach Informationen unserer Zeitung sind die sechs Männer aus Düren sämtlich polizeibekannt, einige von ihnen werden gar in der Liste der sogenannten Intensivstraftäter geführt.

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