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Aachen: Mehr als ein Aufgalopp zur WM

Aachen : Mehr als ein Aufgalopp zur WM

Zwei Dinge wollte Klaus Pavel am Tag vor dem Start zum CHIO in der Soers unbedingt klarstellen. Und er tat es so, dass man fast den Eindruck gewinnen konnte, das Turnier könne sonst erst gar nicht beginnen.

„Der CHIO ist keine Generalprobe für die Weltreiterspiele”, befand der Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) und wehrte sich damit entschieden gegen den Eindruck, das „normale” Reitturnier sei im Vorfeld der Weltreiterspiele vom 20. August bis 3. September allenfalls ein lockerer Aufgalopp.

Zweitens legte Pavel Wert auf die Feststellung, dass er immer noch amtierender Präsident des ALRV sei. „Daran hat sich noch nichts geändert”, sagte Pavel und spielte auf ein Interview in der „Welt am Sonntag” an, in dem er fälschlicherweise als Ehrenpräsident bezeichnet worden war. „Das wird dann irgendwann so kommen”, meinte Pavel.

Dass der CHIO aus Sicht des Veranstalters nicht nur eine kleine Zwischenstation auf dem Weg zur WM ist, betonte auch Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART). „Der CHIO steht nicht im Windschatten der Weltreiterspiele. Und ihn als Generalprobe zu bezeichnen, würde einem Ereignis mit dieser Tradition nicht gerecht”, sagte Mronz.

Stichwort Tradition: Das CHIO wird in diesem Jahr zu einer nos- talgischen Zeitreise. Unter dem Motto „50 Jahre plus 1” blickt der ALRV bis Sonntag auf fünf Jahrzehnte Reitsportgeschichte in Aachen zurück. „Gerade bei der Eröffnungsfeier am Mittwoch ab 18 Uhr im Springstadion können die Besucher ein Wiedersehen mit vielen Reitsportlegenden feiern - von Hans Günter Winkler, Nelson Pessoa und den Brüdern dInzeo über George Morris und Hugo Simon (alle Springreiter) bis hin zu Harry Boldt (Dressur) und Bernhard Duen (Gespannfahren).

„Froh sind wir besonders darüber, dass wir durch den Umbau des Turniergeländes größere Kapazitäten geschaffen haben und deshalb noch für alle Tage Tickets anbieten können”, erklärte Michael Mronz.

All zu viele Tickets seien aber nicht mehr erhältlich, was der ART-Geschäftsführer als Beweis dafür wertete, dass CHIO und Weltreiterspiele in einem Jahr wirtschaftlich verkraftbar seien. „Wir haben uns, um ganz offen zu reden, schon unsere Gedanken gemacht, ob das überhaupt machbar ist”, sagte Mronz.

Die Wahrheit über die Bedeutung des diesjährigen CHIO liegt wohl wie so oft in der Mitte. Natürlich geht der Blick während dieser CHIO-Woche bereits Richtung Weltreiterspiele. Rein sportlich ist der CHIO aber auch in diesem Jahr so wichtig wie kein anderes internationales Turnier der Welt. Wer als Springreiter niemals den Großen Preis von Aachen gewonnen hat, ist kein Großer. Das ist wie Wimbledon im Tennis.

„In 130 Ländern wird der CHIO im TV zu sehen sein, in 30 Staaten sogar live”, sagt Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART). Und natürlich sind auch die Kameras und Mikrofone des Westdeutschen Rundfunks, des CHIO-Medienpartners, wieder allgegenwärtig. Mit vielen Live-Berichten und Zusammenfassungen werden sowohl das WDR-Fernsehen und der WDR 2-Hörfunk als auch das WDR Studio Aachen das Geschehen in die Wohnzimmer tragen.