Massive Beschwerden nach Räumung der Gedenkstätte im Hambacher Forst

Hambacher Forst: Massive Beschwerde über Polizei und Landesregierung

Die Familie des am 19. September im Hambacher Forst gestorbenen Studenten Steffen Meyn hat sich in einem offenen Brief an die Landesregierung über die Polizei und Innenminister Herbert Reul (CDU) beschwert.

Die Rede ist von Störung der Totenruhe und massiver Störung der Trauer. Und: „Uns treibt die Frage um, warum die Landesregierung nicht das Gerichtsurteil und die Ergebnisse der Kohlekommission abwarten konnte, bevor die Räumung angeordnet wurde“, während Steffen Meyn von einer Brücke, die zwei Baumhäuser verband, stürzte und noch an der Unfallstelle starb.

Bei einem Einsatz am vergangenen Donnerstag hatten RWE-Mitarbeiter die an der Unglücksstelle entstandene Gedenkstätte geräumt. Das mache die Familie „fassungslos“. RWE hatte sich am Wochenende in einer kurzen Stellungnahme dafür entschuldigt. RWE-Sprecher Guido Steffen erklärte am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung, man werde „mit Argusaugen darüber wachen, dass so etwas nicht noch einmal passiert“.

Innenminister Reul erklärt, dass er allergrößtes Verständnis für die tiefe Trauer und vielleicht auch Hilflosigkeit der Familie habe. „Mich hat der viel zu frühe Tod dieses jungen Mannes selbst sehr betroffen gemacht. Deshalb habe ich unmittelbar nach dem schrecklichen Todesfall den persönlichen Kontakt zu der Familie gesucht und gefunden.“ Deshalb wolle er auf den offenen Brief nicht so reagieren, wie man das sonst im politischen Geschäft machen würde.

(gego)
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