Aachen: Magier Hans Klok gastiert mit seiner Show in Aachen

Aachen: Magier Hans Klok gastiert mit seiner Show in Aachen

Hans Klok kann seine Finger nicht stillhalten. Das ist wohl eine Berufskrankheit. Der Niederländer ist bekannt für seine Fingerfertigkeit. Er gilt als schnellster Zauberer der Welt. Ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde bescheinigt ihm das.

„Fingerübungen mache ich regelmäßig vor dem Fernseher auf dem Sofa“, erzählt Klok bei einem Pressegespräch in Köln. Und auch da bewegt er die Finger stets so, als wären sie gerade eingeschlafen. Die schnellen Finger hatte auch schon sein Opa, ein Hobbyzauberer, der ihn überhaupt erst für die Magie begeistert hat.

Fingerfertigkeit benötigt Klok auch für den wohl spektakulärsten Trick der aktuellen Tour. Unter Wasser befreit sich der Magier in einem Glaskasten eingeschlossen innerhalb von zwei Minuten von Fesseln. „Ich will nicht arrogant klingen, aber ich bin selbst fasziniert, dass das Unterwasserding klappt.“ Das Video habe er sich mehrfach angesehen, gibt er zu.

Klingt ganz schön selbstverliebt. Auf den ersten Blick sieht der 46-Jährige wie ein Schönling aus. Sein Markenzeichen sind die blondierten Haare, meist trägt er eine enge Hose und gern Cowboystiefel dazu — als wäre Klok in den 80er Jahren hängengeblieben. Eine gewisse Eitelkeit ist nicht zu leugnen. Ständig wuschelt er sich durch die Haare, aber damit kokettiert der Niederländer auch. Auf die Frage danach, was man denn braucht, um ein guter Zauberer zu sein, sagt Klok lachend: „Schöne, lange Haare.“ Und die Fotografen fordert er schmunzelnd auf: „Scheuen Sie sich nicht, meine Bilder zu photoshoppen.“

Sein Äußeres gehört eben zu seinem Image dazu. Sport macht er jeden Tag. Für seine Tricks müsse er fit sein. Außerdem sei es wichtig, in dem Geschäft ein Schauspieler zu sein. „Schließlich muss man den Menschen die Magie verkaufen“, sagt Klok, der sich selbst nicht so gern als Zauberer bezeichnet. Zauberer würden auf Kindergeburtstagen auftreten und Hasen aus dem Hut zaubern. Was er mache, sei große Magie.

„Und Magier sind die neuen Rockstars“, sagt Klok, der schon mit 14 Jahren den Europäischen Jugendzauberpreis gewann und 2007 sechs Monate lang eine eigene Show in Las Vegas hatte. Seine Assistentin war damals: niemand Geringeres als „Baywatch“-Star Pamela Anderson. Privat hat Klok, der viele weibliche Fans hat, seit Jahren seinen Partner, einen Physiotherapeuten, an seiner Seite. Das Etikett „schwuler Magier“ mag er aber gar nicht. Er wolle durch sein Können hervorstechen.

Natürlich sei gerade im Internetzeitalter der Druck groß. „Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft. Die Menschen sind ungeduldig“, sagt Klok. Er müsse seine Shows daran anpassen, etwa mit kürzeren Nummern. Außerdem werde jeder Trick sofort als Video ins Netz gestellt, so dass er stets neu begeistern müsse. Trotzdem darf bei Klok — anders als bei vielen anderen Magiern — gefilmt werden. „Ich weiß, dass ich euch trotzdem zum Narren halten werde, dass mein Trick funktioniert“, sagt Klok selbstbewusst.

Sein Ziel: sich selbst kopieren

Und auch er selbst lasse sich gern von Kollegen verzaubern. Seine Show „The New Houdini“ ist eine Hommage an Harry Houdini, „den größten Magier aller Zeiten, also bis jetzt“, sagt Klok augenzwinkernd. Die Hochzeit der Illusionisten etwa um 1900 fasziniert ihn, überhaupt die lange Tradition der Zauberei. Schon bei den alten Ägyptern habe man den Trick mit den drei Bechern gekannt. „Und den sieht man heute noch.“

Gibt es etwas, das Klok noch nicht geschafft hat? Oh ja, sagt er. Sein Ziel ist es, sich einmal selbst zu kopieren — „wie bei diesen russischen Puppen“, wo man die größte öffnet und eine kleinere zum Vorschein kommt, und so weiter. Leider wisse er noch nicht, wie er das hinbekommen soll. Er werde aber einen Weg finden, da ist er sich sicher. Er habe ja noch Zeit. „Als Magier übt man sein Leben lang.“