München: Magazin: Kölner Archiv stürzte wegen Fehlern beim U-Bahn-Bau ein

München: Magazin: Kölner Archiv stürzte wegen Fehlern beim U-Bahn-Bau ein

Beim Einsturz des Stadtarchivs in Köln hat es nach einem Magazinbericht schwere Versäumnisse der Aufsichtsbehörden gegeben.

Das Nachrichtenmagazin „Focus” berichtete vorab unter Berufung auf Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft, die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) hätten als Bauherr entgegen allen Regeln am Waidmarkt und am Heumarkt selbst die Bauüberwachung ausgeübt. Nach Aussagen etlicher Bauarbeiter sei faktisch keinerlei Bauaufsicht an Ort und Stelle gewesen.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hätten die Stadt, deren Firmentochter KVB und die der Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen (ARGE), ferner Alarmsignale vor dem Archiveinsturz übersehen, schrieb das Blatt weiter. Am Waidmarkt habe den U-Bahn-Bauern immer wieder der Einbruch von Grundwasser zu schaffen gemacht. Seit Herbst 2008 habe es laut Werkprotokollen massive Wasserprobleme in der Baugrube gegeben. Weder Bauleiter noch Bauaufsicht hätten aber den zuständigen Prüfstatiker Rolf Sennewald über die Schwierigkeiten informiert. Nach dessen Aussage wäre dann ein sofortiger Baustopp fällig gewesen.

Das Magazin schrieb, die U-Bahn-Spezialisten hätten stattdessen illegal Brunnen eingesetzt, um das Wasser abzupumpen. Am Ende hätten 23 Brunnen in der Grube gestanden, die Untere Wasserbehörde der Stadt habe aber nur 4 genehmigt. Dabei müsse so viel Sand und Kies unter dem Archiv weggespült worden sein, dass sich an der Vorderseite des Gebäudes ein Hohlraum gebildet habe. Infolgedessen habe der Keller des Archivs Setzrisse bekommen. „Da hätte man mal fragen sollen, woher die kommen”, sagte ein Ermittler dem Blatt. „Sicher wäre man dann auch auf den Gedanken gekommen, den Grund unter dem Archiv mittels Bodenbohrungen zu untersuchen.” Beim Einsturz des Archivs vor knapp einem Jahr waren zwei Menschen ums Leben gekommen.