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Düsseldorf: Machtkampf um Zukunft des Airports Düsseldorf

Düsseldorf : Machtkampf um Zukunft des Airports Düsseldorf

Nach außen hin herrscht eitel Sonnenschein. Erst vor wenigen Tagen gab der Düsseldorfer Flughafen einen kräftigen Gewinnzuwachs bekannt.

Vorbei sind die Zeiten der roten Zahlen. Auch ein neuer Passagierrekord kündigt sich an. Mit einer sauberen Bilanz verabschiedet sich Airport-Chef Rainer Schwarz bald zum geplanten neuen Großflughafen nach Berlin.

Obwohl sein Weggang seit Monaten feststeht, haben die Gesellschafter noch keinen Nachfolger präsentieren können, denn um Spitze und Strategie des drittgrößten deutschen Flughafens ist hinter den Kulissen ein Machtkampf entbrannt.

Am 1. September 2001 kam Schwarz vom Nürnberger Flughafen nach Düsseldorf. Zehn Tage später erlebte die Luftverkehrsbranche in Folge der Terroranschläge in den USA einen Einbruch bislang unbekannter Stärke.

Am Düsseldorfer Flughafen war die Situation ohnehin nicht rosig: Nach dem verheerenden Großbrand 1996 musste der Kern des Airports neu aufgebaut werden - eine Milliardeninvestition. Durch die rechtliche Beschränkung der Starts und Landungen lief das Wachstum der Branche am größten NRW-Airport zunehmend vorbei.

„Das war ein Sanierungsauftrag”, sagt der Airport-Manager rückblickend. Er setzte ein massives Kostensenkungsprogramm durch. Große Bereiche wie die Abfertigung wurden ausgegliedert, Stellen abgebaut, den Airlines mehr Gebühren abverlangt.

Auf der Einnahmeseite entstand die Airport-City mit einer großen Einkaufsmeile - 40 Prozent des Umsatzes werden inzwischen abseits des Flugbetriebs erwirtschaftet.

Erweiterung

Im vergangenen Jahr bekam der Flughafen dann auch noch grünes Licht für die lange ersehnten Zusatzkapazitäten bei Starts und Landungen. Doch die sind schon wieder nahezu ausgeschöpft und eigentlich müsste der Flughafen die nächste Erweiterung beantragen.

„Das kann nicht das Ende der Fahnenstange sein”, sagt etwa Air- Berlin-Chef Joachim Hunold. „Die Slots sind ja schon wieder alle weg.” Dennoch gibt es von Seiten der Stadt, die 50 Prozent der Anteile hält, offenbar Bedenken, den Anwohnern noch mehr Fluglärm zuzumuten. Gemunkelt wird von einflussreichen Christdemokraten in Nähe des Flughafens im Düsseldorfer Norden, die Druck machen.

Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) setzt auf einen Nachfolger aus der öffentlichen Verwaltung. Ganz anders die privaten Eigner „Airport Partners” unter Führung des Essener Baukonzerns Hochtief.

Dort wünscht man sich einen Industriemanager. Da auch die private Seite 50 Prozent am Flughafen besitzt, herrscht ein Patt. Mitte Juni wollen beide Seiten erneut zusammenkommen.

Darüber muss sich Schwarz nun keine Gedanken mehr machen. In Berlin erwartet ihn nach eigenen Worten „die spannendste Aufgabe, die es in unserer Branche überhaupt gibt” - den wohl für lange Zeit letzten Bau eines deutschen Großflughafens, mit entsprechenden Wachstumschancen. Dem Düsseldorfer Airport drohen dagegen Jahre der Stagnation.