Maastricht: Maastricht: König Willem Alexander weiht den „Grünen Läufer“ ein

Maastricht : Maastricht: König Willem Alexander weiht den „Grünen Läufer“ ein

Großer Bahnhof für den König und für ein ehrgeiziges Milliardenprojekt: Maastricht hat am Donnerstag dem niederländischen Monarchen Willem Alexander den grünen Teppich ausgerollt. Tatsächlich, den grünen.

Mit dem Besuch des 50-Jährigen wurde die Einweihung des „Groene Loper“ (deutsch: Grüner Läufer) gefeiert, der als rund fünf Kilometer langer Fußgänger- und Fahrradstreifen Maastrichts Osten durchzieht.

Der „Groene Loper“, für den unter anderem 1800 Bäume gepflanzt wurden, bildet künftig den überirdischen Teil des Stadtentwicklungsprojekts „A 2 Maastricht“. Seit Herbst 2016 schluckt ein rund 2,3 Kilometer langer Tunnel rund 80 Prozent des Verkehrs in der südlimburgischen Metropole. Autofahrer aus Richtung Aachen kommend werden etwa in der Nähe des Stadions von MVV Maastricht in den Tunneleingang „de Geusselt“ geführt. Die zwei- geschossige Tunnelröhre ist einzigartig in den Niederlanden. Der regionale Verkehr verläuft in der oberen, der Fernverkehr in der unteren Ebene.

König Willem Alexander besuchte am Gründonnerstag zunächst den Tunnel, der seinen Namen trägt — eine komplette Durchfahrt im Jeep inklusive. Im Anschluss nahm er neben rund 200 geladenen Gästen an der offiziellen Eröffnung des neuen Grüngürtels teil — mit ihm auch viele Maastrichter, die als Anwohner der mittlerweile verschwundenen oberirdischen Stadtautobahn einiges an Geduld bis zur Fertigstellung aufzubringen hatten.

Vor allem ihnen dankte Cora van Nieuwenhuizen, Ministerin für Verkehr in den Niederlanden, in ihrer Ansprache. „Sie haben lange durchhalten müssen, aber bald ist die ersehnte Ruhe da”, sagte sie. Gemeinsam mit König Willem Alexander und Maastrichts Bürgermeisterin Annemarie Penn-te Straake begab sie sich dann auf eine kurze Jungfernfahrt auf dem „Groene Loper”. Zuvor hatte sich der Monarch neben einem längeren Gespräch mit Anwohnern auch Zeit für einen Plausch mit dem Geistlichen Mattie Jeukens genommen. Der Pfarrer der in Maastricht bekannten Lourdes-Kirche war als „Tunnelpastor“ und kritischer Begleiter des Projekts in Erscheinung getreten.

Dass es neben Verzögerungen beim Bau zwischenzeitlich auch einigen Wirbel gab, schien am Donnerstag erst einmal vergessen. „Es ist toll, endlich ist die Trennung aufgehoben“, sagt der Maastrichter Marius Haan und meint die verschwundene Stadtautobahn samt Ampeln, die ein Kuriosum in ganz Europa darstellten. „Die Stadt rückt ein Stück zusammen, das ist wirklich spürbar.“

Vor rund 1000 Landsleuten vollzog Willem Alexander dann den symbolischen Knopfdruck zur Enthüllung einer Statue und damit zur Freigabe der neuen Verbindungsader. Viele Maastrichter nutzten die Gelegenheit gleich für eine Radtour oder einen Spaziergang — allerdings noch nicht auf dem für Fußgänger gedachten Mittelstreifen. Bis der „Läufer“ in vollem Grün steht, wird es noch einige Zeit dauern. Die Arbeiten für die angrenzende Bebauung mit rund 1100 Wohnungen sollen ohnehin erst 2026 abgeschlossen sein.

(alba)