Düsseldorf: Luftverschmutzung durch Dieselabgase in NRW-Städten leicht gesunken

Düsseldorf : Luftverschmutzung durch Dieselabgase in NRW-Städten leicht gesunken

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung durch Dieselabgase hat es in den nordrhein-westfälischen Städten leichte Fortschritte gegeben. An den Straßen mit besonders hoher Stickstoffdioxid-Belastung (NO2) in Köln, Düsseldorf und Dortmund gingen die Messergebnisse 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, wie das Umweltbundesamt (UBA) nach ersten Schätzungen am Donnerstag mitteilte.

Dennoch liegen die Messwerte in vielen NRW-Städte weiterhin deutlich über dem Grenzwert zum Schutz der Gesundheit von 40 Mikrogramm NO2 je Kubikmeter Luft im Jahresmittel.

Laut UBA wurde der Grenzwert in insgesamt elf NRW-Städten 2017 sicher und in weiteren elf Städten wahrscheinlich überschritten. Unter dem Grenzwert blieben nach den bisherigen Messungen nur sechs Kommunen. Allerdings fehlen dem UBA noch einige Ergebnisse von Messstationen. Die Angaben sind deshalb teils zunächst geschätzt.

Spitzenreiter in NRW ist weiterhin Köln, wo an der Messstelle Clevischer Ring im Jahresmittel 62 Mikrogramm gemessen wurden. Das ist ein Mikrogramm weniger als 2016. An der Corneliusstraße in Düsseldorf gab es einen Rückgang um zwei auf 56 Mikrogramm, an der Brackeler Straße in Dortmund um ein auf 50 Mikrogramm. Hohe Werte wurden auch in Oberhausen und Wuppertal mit jeweils 49 Mikrogramm gemessen. Die höchste Belastung in ganz Deutschland gab es in München mit 78 Mikrogramm.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes zeigen sich erste Wirkungen kommunaler Maßnahmen, die durch die Diesel-Debatte angestoßen wurden - etwa Tempolimits oder Straßen-Verengungen. „Wir sind aber noch längst nicht am Ziel”, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Von Bund und Autoindustrie vereinbarte Maßnahmen wie neue Abgas-Software für ältere Diesel und Prämien für den Kauf sauberer Neuwagen reichten nicht aus. Gebraucht würden auch Umbauten an Motoren.

Ob die Kommunen um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge herumkommen, entscheidet sich möglicherweise am 22. Februar. Dann verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig unter anderem am Beispiel von Düsseldorf über Fahrverbote.

(dpa)
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