Lüttich: Lüttich will mehr deutsche Besucher

Lüttich: Lüttich will mehr deutsche Besucher

Es muss nicht immer Maastricht sein: Wer den Tag der Deutschen Einheit nicht in niederländischen, aber auch nicht deutschen Landen verbringen will, kann auch mal einen Sprung über die andere Grenze wagen und im belgischen Lüttich frankophiles Flair schnuppern.

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und des Bistums Lüttich ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der französischsprachigen Wallonie - nicht einmal 40 Kilometer von Aachen entfernt und zudem - wie Maastricht - seit 1955 Partnerstadt von Aachen. Und doch ist Lüttich für viele Grenzbewohner die große Unbekannte.

Das Office du Tourisme, das städtische Tourismusbüro, will das ändern und lädt die deutschen Nachbarn erstmals zu einem Erlebnistag rund um die Place Saint Lambert ins historische Herz der „cité ardente”, der „Stadt der Leidenschaften” ein. „Bei uns gibt es viel zu entdecken” , sagt Paul Marchal, neu berufener Koordinator für die deutsch-belgischen Tourismusbeziehungen, und nennt: die ausgedehnte Fußgängerzone, kulinarische Spezialitäten, vielfältige Geschäfte und Museen mit einzigartigen Präsentationen.

Moderne Architektur wie der neue Guillemins-Bahnhof ergänzt den traditionellen Maasstil mit Fachwerk, Backstein und Kreuzfenstern. Kirchen und Museen wie das Grand Curtius warten mit wertvollen Kunstschätzen auf, viele der historischen Bauten sind zudem frisch renoviert und strahlen in neuem Glanz.

Einladung zum Stadtspiel

So ist der 3. Oktober zum „Treffpunkt Lüttich” ausgerufen - alles wurde in die Wege geleitet, damit sich die deutschen Nachbarn am Ufer der „Meuse”, der Maas, bestens aufgehoben fühlen. Das Angebot reicht von einem organisierten, kostenpflichtigen Morgenprogramm mit Besuch des normalerweise nicht zugänglichen Fürstbischöflichen Palais und Rathauses bis zum individuell gestaltbaren Nachmittagsprogramm mit Erkundung verschiedener Museen und der ehemaligen Weinhügel, „les coteaux” - auf Wunsch auch dies mit Stadtführer. Alle deutschen Gäste bekommen ein Willkommensgeschenk und sind zu einem Stadtspiel eingeladen, bei dem es interessante Preise zu gewinnen gibt.

Die Sprachbarriere braucht niemand zu fürchten, die Lütticher Stadtführer sprechen deutsch, alle Broschüren liegen auf Deutsch vor. „Es gibt nicht viele Städte in Belgien, die so ein Angebot für deutsche Touristen bereit halten”, sagt Paul Marchal voller Stolz. Ein wenig Französisch braucht es eigentlich nur beim Bestellen der Lütticher Spezialitäten wie Eiskaffee, dem „café liègois”, oder der „gaufre liègeoise”, der dicken Lütticher Waffel mit Zuckerklümpchen.