Valkenburg: „Loverboy-Affäre“: Zweiter Verdächtiger nimmt sich das Leben

Valkenburg: „Loverboy-Affäre“: Zweiter Verdächtiger nimmt sich das Leben

Erneut hat sich ein Verdächtiger in der sogennanten „Loverboy-Affäre“ das Leben genommen. Er stand unter Verdacht, bezahlten Sex mit einer 16-Jährigen gehabt zu haben. Es ist der zweite Selbstmord in dem Fall, bereits Anfang Februar hatte sich ein Mann umgebracht. Deshalb gerät jetzt auch die Staatsanwaltschaft in die Kritik.

Was dem Mädchen im vergangenen Oktober geschehen war, wurde erst Ende Januar bekannt, die Zeitungen nannten es die „Loverboy-Affäre“. In einem Hotel in Valkenburg hatte die 16-Jährige Sex mit Dutzenden Männern, ein 21-Jähriger soll sie prostituiert haben. Mitte Oktober stürmte die Polizei das Hotelzimmer und verhaftete den Mann. Auf seinem Handy fanden die Ermittler später die Nummern möglicher Freier.

Nachdem am Montag der zweite Selbstmord bekannt wurde, griff der Anwalt mehrerer Verdächtiger die Staatsanwaltschaft wegen ihrer Öffentlichkeitsarbeit an. Sie habe zu lange vorgegeben, dass die Männer auf ihrer Arbeit oder zu Hause von der Polizei abgeholt werden könnten, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP. Im Januar hatte eine Sprecherin der Behörde unter anderem dies gesagt: „Die Ehefrauen werden vermutlich befremdet schauen, wenn die Polizei vor der Tür steht und sie hören, warum“.

Die Staatsanwaltschaft ließ am Dienstag mitteilen, dass die Verdächtigen nicht zu Hause abgeholt werden; man kontaktiere sie telefonisch. Außerdem verfügte die Behörde, dass die Männer künftig direkt nach ihren Verhören Hilfe durch Psychologen angeboten bekommen sollen.

Der 21 Jahre alte Mann, der das Mädchen als Prostituierte ausgebeutet haben soll, sitzt derweil noch in Untersuchungshaft. Im April findet sein Prozess statt.