Valkenburg: „Loverboy-Affäre“: Polizei hätte Mädchen früher finden können

Valkenburg : „Loverboy-Affäre“: Polizei hätte Mädchen früher finden können

Die niederländischen Medien haben neue besorgniserregende Details in der Valkenburger „Loverboy-Affäre“ veröffentlicht: Schon als die Vermisstenanzeige einging, hätte die Polizei wissen können, dass das 16-jährige Mädchen in Gefahr war.

Das geht aus einem Bericht der Strafakte hervor, wie das niederländische Nachrichtenportal L1 berichtet. Der Vater des minderjährigen, zur Prostitution gezwungenen Mädchens meldete am 8. Oktober, dass seine Tochter vermisst wurde und sich wahrscheinlich bei Armin A. befand. Eine ähnliche Meldung machte er am 13. August, doch seine Tochter tauchte einen Tag später wieder auf. Sie war in der Tat bei A. gewesen, bezeichnete ihn aber als „keinen schlechten Jungen.“ Die Meldung vom 8. Oktober 2014 wurde als „nicht dringend“ gekennzeichnet.

Die Polizei ermittelte bereits während dieses kurzen Verschwindens, dass A. sich fragwürdigen Praktiken in Bezug auf Mädchen bediente. Er wurde bereits dafür verurteilt, eine junge Frau nackt auf einem Feld zurückgelassen zu haben, weil diese einen anderen Mann geküsst haben solle. Desweiteren wurde schon früher ein minderjähriges Mädchen bewusstlos im Zimmer von A. in Kerkrade gefunden, und ein weiteres minderjähriges Mädchen soll er ebenfalls zur Prostitution getrieben haben. Die Polizei bezeichnete A. in der Anzeige als „jemanden, der minderjährige Mädchen so um den Finger wickeln kann, dass sie alles für ihn tun würden“.

Auch die 16-Jährige war offenbar in den 21 Jahre alten Mann verliebt. Er soll sie prostituiert haben, in einem Hotel in Valkenburg hatte das Mädchen Sex mit Dutzenden Männern. Mitte Oktober stürmte die Polizei das Hotelzimmer und verhaftete den Mann. Der Prozess findet im April statt.

(lea)
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