Maastricht/Aachen: „Loverboy-Affäre“: Milde Urteile für die Freier

Maastricht/Aachen : „Loverboy-Affäre“: Milde Urteile für die Freier

In der Valkenburger „Loverboy-Affäre“ ist am Donnerstag ein 25-jähriger Angeklagter freigesprochen worden. Auch er stand unter Verdacht, sexuellen Kontakt mit einem minderjährigen Mädchen gehabt zu haben. Die Beweislast war jedoch nicht ausreichend, urteilte das Gericht.

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Insgesamt 26 Männer mussten sich vor dem Gericht verantworten, die meisten erhielten zwischen 120 und 240 Sozialstunden und lediglich einen Tag Gefängnis. Das Gesetz verbietet, dass der Missbrauch lediglich mit Sozialstunden geahndet wird.
Weiterer Prozess im Herbst

Zuvor war schon ein 55-Jähriger freigesprochen worden, der im Gerichtssaal mehrere Male in Tränen ausgebrochen war, gegen ihn hatten ebenfalls die Beweise nicht ausgereicht. Die Staatsanwaltschaft hatte wesentliche höhere Forderungen gestellt, sie kündigte an, in Berufung zu gehen.

Die 26 Angeklagten stammen aus den verschiedensten familiären und beruflichen Umgebungen, vom 21-jährigen Studenten bis zum 56-jährigen Familienvater, die alle bisher nicht vorbestraft sind.

Die Staatsanwaltschaft unterschied in ihren Strafanträgen zwischen zwei Kategorien. Die Männer der ersten Kategorie, die keinen direkten Sex mit dem Mädchen hatten, sollten eine Strafe von einem bis sechs Monaten Freiheitsentzug erwarten. In der zweiten Kategorie sollte die Sexkunden sechs bis 15 Monate erwarten. Aber auch die Lebenserfahrung, das Verhalten im Prozess und Reue gelten als Faktoren in der Bestimmung des Strafmaßes.

Die härteste Forderung galt einem Mitarbeiter der Jugendhilfe, dem ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung und ein Berufsverbot drohte. Er kam mit einem halben Jahr Freiheitsstrafe davon, davon drei Monate zur Bewährung, er muss 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Ein weiterer Mann, der ebenfalls in der Jugendarbeit tätig ist, erhielt fünf Monate Freiheitsentzug, ebenfalls drei zur Bewährung.

Der Härte, mit der die Staatsanwaltschaft vorging, liegt der Gedanke der Abschreckung zugrunde. Um weiteren Fällen von sexuellem Missbrauch von Jugendlichen vorzubeugen, reiche eine Bestrafung mit Sozialstunden nicht aus. Freier müssten sichergehen, dass es sich nicht um eine Minderjährige handelt. Das hatte keiner der Angeklagten getan, was auch vom Gericht gerügt wurde. Im Herbst soll drei weiteren Freiern der Prozess gemacht werden.

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