Maastricht/Valkenburg: Loverboy-Affäre: 29 Verdächtige vor Gericht

Maastricht/Valkenburg : Loverboy-Affäre: 29 Verdächtige vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft Maastricht hat beschlossen, 29 Verdächtige in der sogenannten „Loverboy-Affäre“ vor Gericht zu stellen. Nach einem Bericht niederländischer Zeitungen haben sie mit Gefängnisstrafen zu rechnen, weil sie bezahlten Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben sollen.

Ein Anwalt, der 18 der Männer vertritt, fürchtet nun, dass es zu weiteren Selbsttötungen kommen wird. Er meint, dass die Männer schon genug bestraft seien, die weitere strafrechtliche Verfolgung zerstöre das Leben der Beschuldigten, ihre Familien und ihre Karriere. Die Staatsanwaltschaft habe überzogen gehandelt und sei nun in ihrer eigenen Strategie gefangen.

23 Verdächtige haben ein Geständnis in der Hoffnung auf Strafmilderung abgelegt, insgesamt sind 61 Männer verhört worden. Die Gerichtsverfahren sollen im Juli in Maastricht stattfinden. Zwei Männer haben sich bereits das Leben genommen, der erste Anfang Februar, der zweite Mitte März.

Was dem Mädchen im vergangenen Oktober geschehen war, wurde erst Ende Januar bekannt. In einem Hotel in Valkenburg hatte die 16-Jährige Sex mit Dutzenden Männern, ein 21-Jähriger soll sie prostituiert haben. Mitte Oktober stürmte die Polizei das Hotelzimmer und verhaftete den Mann. Auf seinem Handy fanden die Ermittler später die Nummern möglicher Freier.

(hau)
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