Aachen: Lianne Zwanenberg: Urteil am Donnerstag?

Aachen: Lianne Zwanenberg: Urteil am Donnerstag?

Die Staatsanwaltschaft hat am Montag vor dem Landgericht Aachen sechseinhalb Jahre Haft wegen erpresserischen Menschenraubs für die niederländische Anarchistin Lianne Zwanenberg (29) beantragt.

Sie soll mit zwei bislang unbekannten Mittätern 2013 eine Bank in Aachen ausgeraubt haben. Zwanenbergs Verteidiger hingegen forderten in ihren Plädoyers einen Freispruch. Das Urteil soll am Donnerstag fallen.

Staatsanwaltschaft wie Verteidiger sprachen von einem „außergewöhnlichen Verfahren“. Zum einen, weil linksextremistisch motivierte Banküberfälle in Deutschland zuletzt zu Hochzeit der RAF in den 70er Jahren registriert wurden.

Zum anderen, weil das Verfahren bislang ein reiner Indizienprozess war. Staatsanwältin Julia Thewes sieht trotz „schwieriger Beweislage“ eine Vielzahl von Indizien, besonders Zwanenbergs DNA-Spuren an zwei am Tatort gefundenen Waffen, als ausreichend an, um sie verurteilen zu können. „Es ist nichts vorgetragen worden, das die Täterschaft der Angeklagten ausschließt“, sagte Thewes.

Zwanenbergs Verteidiger, Maria Marten und Karl-Christoph Bode aus Köln, bemängelten, nur Einsicht in Teile der Ermittlungsakte bekommen zu haben, zudem lege die Staatsanwaltschaft Zwanenbergs Schweigen vor Gericht gegen sie aus.

Bis auf die DNA-Spuren, die in jeder theoretischen Weise auf die Waffen gekommen sein könnten, habe der Prozess nichts ergeben, das gegen Zwanenberg verwendet werden könne. Als Anarchistin gehöre sie einer „friedlichen und freundlichen Vereinigung an“, sagte Marten.

(gego)
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