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Aachen: Lernen ohne Grenzen: Euregio muss mobil sein

Aachen : Lernen ohne Grenzen: Euregio muss mobil sein

Die Vorteile, in der Euregio zu leben, sind vielfältig und oft gelobt. Aber wie ist es mit dem Arbeiten im Dreiländereck?

Ist es problemlos, als Niederländer mit niederländischer Ausbildung in Deutschland oder Belgien zu arbeiten - oder umgekehrt? Sind Berufsausbildungen und Qualifikationen der drei Staaten vergleich- und anerkennbar?

Viele Fragen, für die Fachleute - zum Teil erfolgreich - Antworten suchen.

Das zweite AZ-Forum Bildung, am kommenden Dienstag, 30. November, 18 bis 20 Uhr im Bildungszentrum der Grünenthal GmbH, Zieglerstraße 1 (Ecke Neuenhofstraße), im Aachener Gewerbegebiet Eilendorf-Süd wird sich dieses Themas annehmen.

Die Gesprächspartner wollen auf dem Podium und bei der anschließenden Diskussion ihre Sichtweise der unterschiedlichen Bildungssysteme im Dreiländereck erläutern.

Es sollen die bestehenden Barrieren aufgezeigt, aber auch die Bemühungen und erfolgreichen Konzepte dargestellt werden, die es jungen Menschen ermöglichen sollen, über die Grenzen hinweg beruflich tätig zu werden. Teilnehmen werden:

Dr. Frank Petrikowski, Referent im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Er sagt: „Als Mobilitätsreferat der Bundesregierung bewegen wir jährlich fast 40.000 Menschen aus Deutschland, um sie grenzüberschreitend auszubilden. Das reicht lange nicht aus. Neben der physischen Mobilität Einzelner müssen auch Firmen, Ausbildungseinrichtungen, Verbände, Institutionen mobiler werden und zum Austausch bereit sein. Die Euregios sind hier Vorreiter.”

Edgar Hungs, Vorsitzender des Studienkreises „Schule und Wirtschaft” der Deutschsprachigen Gemeinschaft: „Die gegenseitige Anerkennung und Zertifizierung von Bildungsabschlüssen durch den Abbau nationaler administrativer Hemmschwellen schafft die notwendigen Voraussetzungen, die Humanressourcen und Arbeitspotenziale in der Region zu stärken und den Wirtschaftsstandort Euregio zu festigen.”

Heinz Gehlen, Geschäftsführer Berufsbildung der IHK Aachen: „Die Internationalisierung der Märkte und der Arbeitswelt erfordert für die Zukunft Fachkräfte, die Kenntnisse über die Strukturen und Mechanismen der Weltmärkte besitzen sowie über Erfahrungen mit anderen Wirtschaftskulturen verfügen. Diesen Voraussetzungen für ein erfolgreiches ökonomisches Handeln in der Zukunft trägt die Berufsausbildung unserer jungen Menschen unseres Erachtens zu wenig Rechnung. Es erscheint uns dringend notwendig, die internationalen Ausbildungsinhalte mit internationalen Elementen anzureichern.”

Professor Dr. Klaus Henning, „Lernen ohne Grenzen”, Zentrum für Lern- und Wissensmanagement an der RWTH: „Bezogen auf die Ausbildung heißt das unter anderem: Vorschulische Sprachenförderung und die Integration außerschulischer euregionaler Lernorte im Konzept der Ganztagsschule flächendeckend umsetzen. Eine Vernetzung, professionelle Vermittlung und begleitende Bildungsberatung zu solchen außerschulischen Angeboten ist das Gebot der Stunde. Beginnen sollte ein solches Netzwerk mit ganz einfachen organisatorischen Dienstleistungen wie etwa dem Fahrdienst für Schulklassen und einem übersichtlichen Angebotskatalog.

Bezogen auf die berufliche Weiterbildung bedeutet es unter anderem: Wir brauchen ein agiles System passgenauer Qualifizierungen, das bei Beschäftigten und Arbeitssuchenden zeit- und praxisnah Fähigkeiten entwickelt, die im Job unmittelbar angewendet werden können.”