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Laumann kritisiert die von Ramelow geplante Corona-Lockerungen

NRW-Gesundheitsminister Laumann : Ramelow-Vorstoß ist „gefährlich“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) geplante landesweite Aufhebung der Corona-Beschränkungen kritisiert.

„Ich persönlich halte den Vorstoß des thüringischen Ministerpräsidenten für gefährlich. Das ist kein Tanz mit dem Tiger. Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, sagte Laumann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Laumann spielte damit auf eine Formulierung des Virologen Christian Drosten an, der die aktuelle Phase der Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehenden Lockerungen als Tanz mit einem Tiger bezeichnet hatte, bei dem man herausfinden müsse, wie weit man die Leine lösen kann - ohne dass das Tier über einen herfällt.

Laumann sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, zwar gebe es derzeit nur wenige Neuinfektionen - gleichwohl sei Ramelows Vorgehen „verantwortungslos“. „Von heute auf morgen einfach sämtliche Vorgaben etwa zum Mindestabstand, zu Kontaktbeschränkungen oder zur Maskenpflicht zu kippen, bedeutet, dass wichtige Barrieren im Kampf gegen das Virus einfach wegfallen“, so Laumann.

Er verwies als Alternative auf das Vorgehen der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Es sei richtig, das öffentliche Leben Schritt für Schritt wieder zu öffnen und dann zu sehen, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Das könne er als Gesundheitsminister „sehr gut mitverantworten“.

Thüringens Ministerpräsident Ramelow hatte am Wochenende ein Ende des Corona-Lockdowns in seinem Land angekündigt und in Aussicht gestellt, dass ab dem 6. Juni auf allgemeine Schutzvorschriften verzichtet werden soll. Am Montag hatte er in mehreren Interviews eingeschränkt, dass zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin der Mund-Nasen-Schutz bleiben solle.

(dpa)