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Laschet: Menschen sollen wichtige Arztbesuche nicht aufschieben

Laschet fordert richtige Balance : Menschen sollen wichtige Arztbesuche nicht aufschieben

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat davor gewarnt, wegen der Corona-Krise wichtige Arzt- und Krankenhaustermine aufzuschieben und so die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Von der Bund-Länder-Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag müsse ein Signal an Menschen mit anderen Krankheiten ausgehen, „die sich nicht ins Krankenhaus trauen, weil sie Coronavirus-Patienten den Vorzug geben wollen“, sagte Armin Laschet am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer Plenarsitzung des Landtags in Düsseldorf. „Meine Botschaft ist: Wer krank ist, kann, soll, ja muss zum Arzt gehen!“

Es müsse eine richtige Balance zwischen einer notwendigen Reserve für Covid-19-Patienten und der Behandlung anderer drängender Beschwerden fernab von Corona gefunden werden. Das sei „einer der zentralen Punkte der notwendigen Abwägung“, für die er eintrete, sagte Laschet.

Von der Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Merkel wurde am Donnerstag eine Art Rahmenbeschluss erwartet, damit in den Krankenhäusern für Corona-Patienten reservierte Intensivbetten wieder für den Normalbetrieb freigegeben werden können. Für Covid-19-Erkrankte sollen dem Konzept von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge nur noch 25 statt bisher 50 Prozent der Intensivbetten freigehalten werden.

Die Leidenszeit der Menschen, die in den vergangenen Wochen ihre eigene Gesundheit zurückgestellt hätten, um Covid-19-Patienten den Vortritt zu lassen, dürfe „keinen Tag länger als unbedingt nötig“ andauern, sagte Laschet. „Insbesondere bei so vielen freien Betten in den Krankenhäusern.“

Im Kampf gegen die Pandemie hatten Bund und Länder die Kliniken Mitte März aufgefordert, alle planbaren Operationen und Aufnahmen auszusetzen. Die befürchtete große Welle von Corona-Patienten blieb aber aus. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft meldeten viele Kliniken inzwischen Belegungsrückgänge von 30 Prozent und mehr.

(dpa)