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Landtagswahl in NRW: Lange Gesichter und Stille – Wahldebakel der FDP

Landtagswahl in NRW : Lange Gesichter und Stille – Wahldebakel der FDP

Enttäuschte Gesichter bei den Liberalen: Die nordrhein-westfälische FDP hat ihr Wahlergebnis voraussichtlich mehr als halbiert. Das könnte ein historisches Tief sein für die Partei.

Noch vor den ersten Prognosen schienen die Anhänger der FDP auf der Wahlparty in Düsseldorf wenig zuversichtlich. Große Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden gab es nicht mehr. Um 18.00 Uhr dann die Gewissheit: Die Liberalen verlieren – und zwar noch einmal mehr Prozentpunkte als erwartet. Die Partei musste am Abend um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Weitestgehend Stille auf der Wahlparty im Medienhafen.

Als Spitzenkandidat und Landeschef Joachim Stamp wenig später auf die Bühne kommt, gibt es dennoch anhaltenden Applaus. „Ich hätte Ihnen und Euch gerne ein anderes Ergebnis gebracht“, sagt der amtierende Familienmister. „Es ist völlig klar, dass wir hier so nicht zur Tagesordnung übergehen können.“

Stamp betont, dass die Partei die Fehler nicht bei anderen, sondern bei sich selbst suchen werde. „Wir bleiben beieinander und wir werden auch gemeinsam wieder stark“, sagte er.

Die FDP landet nach ersten Hochrechnungen im ZDF und der ARD bei 5,0 bis 5,4 in NRW, dem Stammland von Bundesparteichef Christian Lindner. Damit hat die seit fünf Jahren regierende schwarz-gelbe Koalition keine Mehrheit mehr. Bleibt es bei den rund sieben Prozentpunkten Minus für die FDP, wäre das einer der größten Verluste bei Landtagswahlen seit mehr als vierzig Jahren. Bei der jüngsten Landtagswahl im Schleswig-Holstein vor einer Woche verlor die Partei im Vergleich zur vorangegangen Wahl ebenfalls deutlich - mehr als fünf Prozentpunkte.

FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann spricht von einem miserablen Ergebnis. „Wir müssen analysieren, wo sind unsere Wählerinnen und Wähler, die uns vor vier Jahren gewählt haben.“

(dpa)