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Köln/Düsseldorf: Landkreise hoffen auf mehr Wettbewerb durch Vodafone-Liberty-Deal

Köln/Düsseldorf : Landkreise hoffen auf mehr Wettbewerb durch Vodafone-Liberty-Deal

Der Deutsche Landkreistag sieht in der geplanten Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone Chancen für den Wettbewerb und den Glasfaserausbau.

„Der Wettbewerb ist der entscheidende Treiber für den Breitbandausbau in den Gebieten Deutschlands, die sich ohne Förderung eigenwirtschaftlich mit Glasfasernetzen erschließen lassen”, sagte der Präsident des kommunalen Spitzenverbands, Reinhard Sager, am Montag. Es sei gut, dass es neben der Telekom, mittelständischen Unternehmen und Stadtwerken mit Vodafone einen weiteren Akteur gebe.

Sager erwartet, dass das Unternehmen nach dem Kauf den Gigabit-Ausbau nicht nur mit Fernsehkabeln, sondern auch mit Glasfasern bis in die Haushalte vorantreibe - gerade auch im ländlichen Raum.

Für 18,4 Milliarden Euro will Vodafone große Teile des Kabelnetzbetreibers Liberty Global übernehmen, dessen Tochter Unitymedia das Deutschland-Geschäft betreibt. Auch das Osteuropa-Geschäft soll zu Vodafone wandern. Dem Deal müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Vor allem die Deutsche Telekom als wichtiger Wettbewerber befürchtet eine Monopolstellung auf dem Fernsehmarkt. Mit dem Kauf von Unitymedia würde Vodafone bundesweit einen Großteil der Fernsehnetze besitzen.

Über diese Infrastruktur kann das Unternehmen seinen Kunden Download-Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde anbieten. Die Telekom kommt mit ihren Kupferkabeln auf deutlich weniger. Um mitzuhalten, könnte sie stärker als bisher den Glasfaserausbau auf der sogenannten letzten Meile vorantreiben müssen, argumentieren die Befürworter der Übernahme.

(dpa)