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Landgericht Aachen: Vater soll Baby Knochen gebrochen haben

Prozess wegen Kindesmisshandlung : Vater soll eigenem Baby Knochen gebrochen haben

Ein 26-jähriger Mann hat am Mittwoch vor dem Aachener Landgericht bestritten, sein zwei Monate altes Baby brutal misshandelt zu haben. Die Liste der Verletzungen ist lang – und umfasst etliche Knochenbrüche.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Euskirchen stammenden Mann, der zuletzt ohne festen Wohnsitz war, Misshandlung von Schutzbefohlenen in zwei Fällen vor. Bei einem ersten Übergriff im Herbst vergangenen Jahres soll er mit stumpfer Gewalt den Arm des Kindes gebrochen haben.

Einen zweiten Übergriff gab es laut Anklage am 22. November. Dabei habe der Mann das Kind am Brustkorb umfasst und derart heftig geschüttelt, dass es bei dem Säugling zu einer Fraktur von drei Rippen, einem Bruch des rechten Oberschenkels sowie zu einem schweren Hämatom am Kopf kam.

Die Tat soll sich in Nideggen abgespielt haben. Laut Gericht war sie aufgefallen, nachdem die Mutter des Kindes bei dem Säugling Trinkschwierigkeiten festgestellt und einen Arzt aufgesucht hatte. Dieser habe beide in ein Krankenhaus geschickt, wo das Kind operiert wurde. Die Anklage geht davon aus, dass der Säugling ohne medizinische Hilfe hätte sterben können.

Der 26-Jährige bestreitet die Tat. Er würde seinem Kind nie etwas antun, erklärte er am Mittwoch beim Prozessauftakt. Wie und wodurch das Kind die Verletzung erlitten habe, wisse er nicht genau. Entweder seien sie Folgen eines Unfalls gewesen oder die Mutter habe sie dem Kind zugefügt.

Der Angeklagte wurde nach eigener Schilderung in einem Elternhaus groß, in dem sich die Eltern schlugen. Er selbst ist nach Angaben des Gerichts ebenfalls bereits mehrfach durch Gewalttaten aufgefallen und wegen Körperverletzung vorbestraft. Er raste zwar schnell aus, aber nie dem Kind gegenüber, erklärte der Mann, der zudem angeklagt ist, seine damalige Lebensgefährtin geschlagen und getreten zu haben.

Für das Verfahren vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts sind sechs Verhandlungstage angesetzt.

(jozi/dpa)