1. Region

Sitz in Köln: Landesfachstelle soll Kinder vor sexueller Gewalt schützen

Sitz in Köln : Landesfachstelle soll Kinder vor sexueller Gewalt schützen

In Köln soll eine neue Landesfachstelle den Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt verbessern. Es geht um Fortbildung und Schutzkonzepte.

Eine neue Landesfachstelle soll Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen besser vor sexueller Gewalt schützen. Damit werde der Kampf gegen dieses unerträgliche, widerliche Verbrechen verstärkt, sagte NRW-Kinderminister Joachim Stamp (FDP) am Mittwoch. „Die bittere Wahrheit ist, dass viele Mädchen und Jungen regelmäßig sexuelle Gewalt erleiden müssen, mitunter ihre gesamte Kindheit lang.“

Die Landesfachstelle mit Sitz in Köln soll Trägern der Kinder- und Jugendhilfe Beratung und Fortbildung bieten. 4,5 Stellen seien dafür vorgesehen. NRW sei das erste Bundesland, das eine solche Stelle einrichte. 420 000 Euro stünden für die Fachstelle zur Verfügung. Die Fachstelle sei nur ein Baustein neben weiteren, etwa schärferen Strafen, sagte Stamp.

Die Täter suchten sich gezielt Institutionen mit vielen Jungen und Mädchen aus, um Tatgelegenheiten zu bekommen, sagte die neue Leiterin der Fachstelle, Nadine Schicha. Deswegen seien Schutzkonzepte für solche Institutionen sehr wichtig.

Im kommenden Jahr soll zusätzlich pro Regierungsbezirk ein Fachreferent eingestellt werden. Die Fachstelle richte sich vor allem an die freien Träger. Außerdem finanziere das Land für die 186 Jugendämter in NRW zu diesem Zweck vier bis 2024 befristete Stellen bei den beiden Landesjugendämtern.

Die Fallzahlen und der Beratungsbedarf seien rasant gestiegen, und es gebe große Lücken im Angebot, sagte der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, Matthias Löb. Die Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland, Ulrike Lubek, dämpfte die Erwartungen an die nach den Missbrauchsskandalen getroffenen Maßnahmen wie den Ausbau der Beratungskapazitäten: Sie würden solche Fälle wohl eher nicht verhindern können.

Die Landesfachstelle richtet sich an Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen, der Jugendarbeit, dem offenen Ganztag und weiteren Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe.

(dpa)