Köln: Ladendiebe stehlen Waren im Milliardenwert

Köln: Ladendiebe stehlen Waren im Milliardenwert

Ladendiebe haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund zwei Milliarden Euro gestohlen. Weitere 800 Millionen Euro wurden von kriminellen Mitarbeitern abgezweigt.

Das geht aus einer Studie des Handelsinstituts EHI hervor, die am Dienstag in Köln veröffentlicht wurde. Hinzu kommen Diebstähle durch Lieferanten und auswärtige Servicekräfte sowie organisatorische Fehler. Insgesamt beliefen sich die sogenannten Inventurdifferenzen auf 3,9 Milliarden und lagen damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Zum häufigsten Diebesgut in Lebensmittelgeschäften und Drogerien gehören kleine teure Waren wie Rasierklingen, Parfüm und Kosmetik. Im Modehandel verschwinden vor allem Accessoires, Dessous und Jeans, im Elektronikhandel werden besonders oft CDs, DVDs und Konsolenspiele eingesteckt. An der Untersuchung des EHI beteiligten sich 89 Unternehmen mit fast 13.000 Verkaufsstellen und einem Gesamtumsatz von knapp 50 Milliarden Euro.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik ist die Zahl der Ladendiebstähle seit einigen Jahren rückläufig; 2009 sank sie im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent auf 394.033. Nach Einschätzung des EHI liegt die wirkliche Zahl aufgrund einer extrem hohen Dunkelziffer von 95 Prozent aber um ein Vielfaches höher: Täglich blieben rund 100.000 Ladendiebstähle mit einem durchschnittlichen Warenwert von 63 Euro unentdeckt.

Die Einzelhändler investieren jährlich rund 0,4 Prozent des Umsatzes, also etwa 1,2 Milliarden Euro, in Diebstahlschutz-Maßnahmen wie Kameras und Warensicherungen. Dennoch befürchtet der Handel in Zukunft eine weitere Zunahme der Delikte. Besondere Sorgen bereiten den Händlern der Studie zufolge professionell organisierte Diebesbanden sowie eine zunehmende Gewaltbereitschaft der Täter.

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