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Köln: Kulleraugen und weiße Öhrchen: Bambuslemur im Kölner Zoo geboren

Köln : Kulleraugen und weiße Öhrchen: Bambuslemur im Kölner Zoo geboren

Zwei große Kulleraugen, winzige Hände, weiße Öhrchen: Der Nachwuchs im Madagaskarhaus des Kölner Zoos hat das Zeug zum Publikumsliebling. Das Lemuren-Jungtier wurde Anfang Mai geboren. Es ist ein weiterer Zuchterfolg für den Kölner Zoo, um die bedrohten Bambuslemuren vor dem Aussterben zu bewahren.

Mutter „Izy“ ist gebürtige Kölnerin und trägt ihren Nachwuchs aktuell noch rund um die Uhr am Bauch. So konnte auch das Geschlecht des kleinen Lemuren noch nicht bestimmt werden, da die am Anfang so wichtige Mutter-Kind-Beziehung nicht gestört werden soll. Dementsprechend hat das Jungtier auch noch keinen Namen. Vater „Woody“ kam vor einigen Jahren aus dem Zoo in Besançon an den Rhein. Izy und Woody haben bereits mehrfach erfolgreich Nachwuchs aufgezogen.

In ein paar Wochen wird sich das Kleine wohl vom Bauch seiner Mutter lösen und anfangen, die Bäume und Äste im Madagaskarhaus selbstständig zu erkunden.

Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume in Regenwaldgebieten in Madagaskar sind die Großen Bambuslemuren auf nur noch wenige Hundert Tiere zusammengeschrumpft. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als „vom Aussterben bedroht“ ein. Insgesamt leben derzeit nur 24 Tiere in sieben europäischen Zoos. In Deutschland ist der Kölner Zoo der einzige Zoo, der diese Art hält und erfolgreich züchtet.

Bambuslemueren sind dämmerungaktiv, leben meist in Bäumen, können aber auch auf den Boden kommen. Sie leben in Gruppen von drei bis fünf Tieren, meist ein Männchen, ein bis zwei weibchen und die dazugehörigen Jungtieren.

Sie ernähren sich hauptsächlich vom namensgebenden Bambus. Nach 150-tägiger Tragzeit bringen die Weibchen meist nur ein Jungtier zur Welt. Dieses wird mit rund acht Monaten entwöhnt und mit zwei Jahren geschlechtsreif.

(red)