1. Region

Entscheidung beim Gipfel: Künftig mehr als 300 Menschen bei NRW-Sportveranstaltungen möglich

Entscheidung beim Gipfel : Künftig mehr als 300 Menschen bei NRW-Sportveranstaltungen möglich

Bei Sportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sollen von der kommenden Woche an mehr als 300 Zuschauer erlaubt werden. Das wurde beim Sport-Gipfel am Freitag entschieden. Darüber freut sich auch der Alemannia-Präsident.

Bei Sportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sollen von der kommenden Woche an mehr als 300 Zuschauer erlaubt werden. Das teilte die Staatskanzlei nach einem Sport-Gipfel von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag mit zahlreichen Funktionären verschiedener Sportarten mit. Dabei ging es auch um den Spitzensport jenseits der Fußball-Bundesliga. „Bevor wir über Zuschauer bei der Fußball-Bundesliga entscheiden, brauchen wir ein klares Signal für den Breitensport“, hatte Laschet im Vorfeld gesagt.

Geschäftsführer Alexander Wehrle vom 1. FC Köln wertete es dennoch als „sehr, sehr positives Signal, dass Armin Laschet die Coronaschutzverordnung bei Großveranstaltungen offenbar verändern möchte“. Nachdem verschiedene Konzepte mit 9000 und 23.000 Zuschauern vom Gesundheitsamt als tragfähig eingestuft worden seien, werde man nun wieder das konkrete Gespräch suchen, um zu schauen, wie viele Besucher beim Liga-Auftakt am 19. September gegen die TSG Hoffenheim erlaubt sind. „Ich gehe mal von 5000 bis 10.000 aus“, sagte der Kölner Geschäftsführer.

Eine genaue Zahl von Zuschauern gab die Landesregierung zunächst nicht bekannt. „Bei regionalen Ligen und bei regionalen, nationalen sowie internationalen Sportwettkämpfen wird es wieder möglich sein – unter Beachtung notwendiger Hygiene- und Schutzmaßnahmen und der Kapazitäten der Sportstätte – mehr Zuschauerinnen und Zuschauer in Stadien und Sporthallen zuzulassen“, hieß es in der Mitteilung.

Es sei in den Gesprächen deutlich geworden, „dass die Sportarten sehr unterschiedliche Bedarfe für einen wirtschaftlich vertretbaren Betrieb haben“, deshalb arbeite die Landesregierung nun an einem „stimmige Gesamtkonzept, das die unterschiedlichen Kapazitäten der Sportstätten berücksichtigt und bereits mit der nächsten Novelle der Corona-Schutzverordnung am kommenden Dienstag in geltendes Recht umgesetzt werden soll.“

Alemannia-Präsident freut sich

Bei der morgendlichen Videokonferenz mit dem Ministerpräsidenten nahmen nicht nur die die Vertreter von Handball-, Eishockey- und Basketballclubs, sondern auch einige Fußball-Regionalligen teil. Die Klubs sind seit einem halben Jahr ohne Zuschauereinnahmen, TV-Gelder sind nicht vorgesehen, bislang gab es auch keinen Entschädigungsfonds für die letzten Monate. Das soll sich nun für untere Ligen ändern, kündigte Laschet an. Die Landesregierung beschloss nämlich ein weiteres Hilfspaket in Höhe von 15 Millionen Euro für Vereine, die durch die Coronavirus-Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

„Als Präsident von Alemannia begrüße ich jede Lockerung“, sagte Martin Fröhlich, einer der Video-Botschafter am Freitag. „Wir werden damit sehr verantwortungsvoll umgehen.“ Am Mittwoch kommender Woche steht Aachens nächstes Heimspiel an, dass die Lockerungen bis dahin schon umgesetzt werden, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

(dpa/pa)