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Auftritt in Aachen: Kritik an Linke-Fraktionsvize Hunko nach Corona-Kundgebung

Auftritt in Aachen : Kritik an Linke-Fraktionsvize Hunko nach Corona-Kundgebung

Für einen Auftritt bei einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen in Aachen erhält der stellvertretende Vorsitzende der Linke-Fraktion im Bundestag, Andrej Hunko, Kritik aus der eigenen Partei.

„Ich habe mich über den Auftritt von Andrej Hunko sehr geärgert“, sagt der Linke-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich der „Welt“. Die Bundestagsfraktion der Linkspartei hatte zuvor vereinbart, sich nicht an derartigen Protesten zu beteiligen. Mit seiner Teilnahme sende Hunko „ein völlig falsches Signal“, sagte Liebich. Zudem habe der Fraktionsvize in einer Rede „Stichworte genannt, die an viele Verschwörungstheorien anknüpfen.“

Dem Bericht zufolge hatte Hunko am vergangenen Samstag auf der „Mahnwache für unsere Grundrechte“ des Bündnisses „Kritische Aachener BürgerInnen zum Erhalt der Grundrechte“ in Aachen gesprochen und über Microsoft-Gründer Bill Gates gesagt: „Es kann einfach nicht sein, dass der zweitreichste Mann der Welt einen solchen Einfluss auf die Gesundheitspolitik der gesamten Menschheit und auch auf unsere Medien hat.“

Hunko verteidigte in der „Welt“ seine Rede: „Ich sehe Aachen als Sondersituation an, da es dort gerade eine deutliche politische Ausdifferenzierung gibt.“ Zudem habe er auf einer Kundgebung des Mitte-Links-Spektrums gesprochen. „Ich habe keine Rechtsextremen oder durchgeknallte Verschwörungsgläubige auf der Kundgebung gesehen. Ich habe mich genauso wie andere Redner klar von rechten Spinnern distanziert“, sagte Hunko.

Die Bundessprecherin der Linksjugend, Anna Westner, sagte dem Blatt indes: „Wir erwarten, dass unsere Bundestagsabgeordneten von solchen Aluhutdemos mehr als nur 1,5 Meter Abstand nehmen.“

Immer wieder geraten Politiker für ihre Teilnahme an Demonstrationen in der Corona-Pandemie in die Kritik. Zuletzt hatte die Teilnahme des Thüringer FDP-Landeschefs und kurzzeitigen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich an einer Demonstration gegen die Corona-Auflagen Anfang Mai in Gera für Empörung gesorgt.

(dpa)