Brunssum/Selfkant: Kriminelles Jugendnetzwerk im Grenzland aufgedeckt

Brunssum/Selfkant: Kriminelles Jugendnetzwerk im Grenzland aufgedeckt

Ein kriminelles Jugendnetzwerk mit rund 75 Mitgliedern ist jetzt von Polizei und Staatsanwaltschaft im niederländischen Brunssum aufgedeckt worden. Die Bande soll Überfälle, Einbrüche, Geldwäsche und Autodiebstähle in der Provinz Limburg und im deutschen und belgischen Grenzgebiet begangen haben.

Die Polizei habe bereits 19 Mitglieder verhaftet, der Kreis der Mitläufer sei aber noch deutlich größer und umfasse rund 75 Personen. Viele der Mitglieder seien noch Schüler, erklärten die Ermittler auf einer Pressekonferenz am Brunssum. Es sei ihnen offenbar um schnelles Geld gegangen.

Auf einer Pressekonferenz präsentierten die niederländischen Ermittler Einzelheiten. Foto: Günter Jungmann

Bereits vor drei Wochen hatte die Polizei nach einer großangelegten Razzia die Verhaftung von 14 Bandenmitgliedern bekanntgeben, fünf weitere Festnahmen folgten. Die Ermittler hätten 18 Grundstücke und Gebäude in der Region durchsucht worden, darunter in Heerlen, Brunssum, Hoensbroek, Schinveld und Landgraaf.

Auf einer Pressekonferenz präsentierten die niederländischen Ermittler Einzelheiten. Foto: Günter Jungmann

Dabei war eine größere Zahl von Schusswaffen und Munition, rund zwei Kilo harter Drogen, Bargeld, gestohlene Motorroller und Autoteile gefunden worden. Für Autodiebstähle verfügten die Kriminellen über aufwändige Technik, etwa Störsender.

Auf einer Pressekonferenz präsentierten die niederländischen Ermittler Einzelheiten. Foto: Günter Jungmann

Die Täter sollen unter anderem im Oktober 2016 einen Juwelier in Brunssum überfallen haben. Die Polizei verfolgte die im Auto flüchtenden Täter bis über die deutsch-niederländische Grenze in den Selfkant. Dort erlitten sie offenbar einen Unfall - der beschädigte Wagen wurde gefunden, die Täter konnten entkommen.

Der mutmaßliche Kopf der Bande ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein 18-Jähriger. Er und zehn weitere mutmaßliche Mittäter säßen weiterhin in Untersuchungshaft.

Die Behörden wollen durch intensive Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz, Stadtverwaltungen und anderen Instistutionen daruf hinwirken, dass junge Menschen nicht in die Kriminalität abglitten.

(heck)
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