Aachen: Kreative Ideen und Konzepte beim Hackathon #datadome ausgezeichnet

Aachen : Kreative Ideen und Konzepte beim Hackathon #datadome ausgezeichnet

Der erste Hackathon des Medienhauses Aachen ist mit einem großen Finale zu Ende gegangen: Die siebenköpfige Fachjury zeichnete die besten Teams mit insgesamt 3000 Euro Preisgeld aus - als kleine Start-Up-Finanzierung, um die Ideen im Anschluss weiterzuentwickeln.

Einen Sonderpreis mit zusätzlichen 1000 Euro Preisgeld gab es obendrein für die beste Idee oder Weiterentwicklung des digitalen Stadtmagazins Klenkes. Zusätzlich wurden den Gewinnerteams aus vier verschiedenen Kategorien ein bis sechs Monate Coworking-Space in der Digital Church an der Jülicher Straße zur Verfügung gestellt.

In der Kategorie „Best overall“ wurde das Team „Eupinions“ ausgezeichnet. Seine Idee: Eine Plattform zu entwickeln, die Nachrichten aus allen europäischen Ländern sortiert nach Themen bündelt und in verschiedene Sprachen übersetzt. Sie gibt Bürgern die Möglichkeit, über ihren Tellerrand hinaus zu blicken und die neusten Meldung über das politische Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. „Die Idee hat den Zeitgeist getroffen“, begründete Juror Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen, die Entscheidung der Jury.

Als innovativstes Team wurde „Omnidata“ ausgewählt, für ihre Idee, öffentlich verfügbare Daten zu sammeln und durch Skalierung vergleichbar zu machen. „Uns ging es in erster Linie nicht darum, Geld zu verdienen, sondern Daten gut aufbereitet allen zur Verfügung zu stellen“, sagte Carolina Warkentin, die die Idee des Teams vor der Jury gepitcht hat. „Alle Teams waren sehr innovativ, aber ‚Omnidata‛ hat das Thema Open Data am besten umgesetzt“, begründete Dirk Zeiler von Next Media Accelerator (nma) die Auszeichnung der Jury.

Der Sonderpreis „Next Klenkes“ ging an das Team „Pattle“, das mit ihrer gleichnamigen App überzeugen konnte. Die Teilnehmer entwickelten ein „Mitmach“-Spiel, bei dem verschiedene Teams in Aachen gegeneinander antreten können. Den Gewinnern sollen Freigetränke in beliebten Aachener Lokalen winken.

Insgesamt drei Tage und zwei Nächte lang hatten rund 50 Teilnehmer unter dem Titel „Beyond Borders - Hack the #datadome“ in der Digital Church Ideen entwickelt, Internetseiten erstellt und Apps entworfen. Im Fokus der acht Teams stand das Thema offene Datenquellen (Open Data) in der Euregio. Das Ziel: Eine Idee der digitalen Zukunft zu entwickeln, die den Menschen das Leben leichter macht und den Kontakt über regionale Grenzen hinweg zu erleichtern. Von Donnerstagabend bis Samstagmittag wurde programmiert, an den Präsentationen gefeilt und für die Pitches trainiert. Drei Minuten hatte jedes Team Zeit, um die Jury von ihrer Idee zu überzeugen.

„Das ist schon ein enormer Druck“, sagte der 25-jährige Stefan Meinhardt, der am Hackathon teilnahm. „Jede Sekunde zählt“.

Um den Teilnehmern dabei zu helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, hatte jedes Team am Samstag ein Einzeltraining von Juror Dirk Zeiler und Mentorin Josefin Zeiler von nma erhalten. In den Pitches präsentierten die acht Teams ihre Konzepte mit Bildern, Videos und Demoversionen oder bereits funktionsfähigen Apps.

Für Juror Dirk Zeiler waren drei Minuten pro Pitch vollkommen ausreichend. „Was man in drei Minuten nicht erklären kann, funktioniert sowieso nicht“, weiß Zeiler aus Erfahrung. Seine Begründung: „Man kann in drei Minuten eine ganze Geschichte erzählen. Die besten Songs sind drei Minuten lang, gute Filmtrailer oder Werbespots kommen sogar mit 30 Sekunden aus“, sagte Zeiler.

Ruslan Goryanyy konnte sich mit seinen Mitstreitern aus dem Team „BeeAzubi“ über die Auszeichnung für den besten Pitch freuen. Das Team hatte eine App entwickelt, in der Azubis kurze Statements hochladen können, in denen sie erzählen, warum sie ihren Beruf besonders schätzen. Damit wollen „BeeAzubi“ Ausbildungsberufe für Berufseinsteiger und Schulabsolventen wieder interessanter machen und gegen das schlechte Image von beispielsweise Pflegeberufen ankämpfen.

Die Fachjury des Hackathons bestand aus Dirk Zeiler von mna, dem Experten für digitale Plattformen, Stefan Fritz, der Geschäftsführerin des digitalHUB Aachen, Iris Wilhelmi, dem Leiter von Interactive Pioneers, Carlo Matic, der Unternehmerin Andera Gadeib, dem Geschäftsführer des Medienhauses Aachen, Andreas Müller, und Nina Leßenich, Leiterin der Onlineredaktion des Medienhauses Aachen, sowie Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen.

Der Hackathon fand in Zusammenarbeit mit dem digitalHUB Aachen, dem next media accelerator aus Hamburg und dem Google News Lab statt. Unterstützt wurde die Veranstaltung von NetAachen und STAWAG.

„Das waren drei tolle Tage. Wir haben viel gelernt und viel geschafft“, fasste der Geschäftsführer des Medienhauses Aachen, Andreas Müller, die Stimmung zusammen - mit dem Versprechen, die erfolgreiche Veranstaltung in Zukunft zu wiederholen.

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