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Gesundheitsminister Laumann: Krankenhäuser sollen planbare Operationen wieder durchführen

Gesundheitsminister Laumann : Krankenhäuser sollen planbare Operationen wieder durchführen

Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen sollten nach Ansicht von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) noch mindestens ein Viertel ihrer Intensivbetten für die Behandlung von Covid-19-Patienten freihalten.

Angesichts der verlangsamten Ausbreitung des Coronavirus könnten die restlichen Kapazitäten wieder für planbare Eingriffe genutzt werden, wobei es dabei Priorisierungen geben müsse, sagte Laumann am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Trotz der zuletzt auch in NRW gesunkenen Corona-Ansteckungsrate mahnte Laumann zur Vorsicht. Es sei allen bewusst, dass es sich beim Infektionsgeschehen in Deutschland und NRW um einen „dynamischen Prozess“ handele. „Das heißt: Wir müssen uns die Entwicklung der Neuinfizierungen und der Reproduktionszahl fortlaufend ganz genau anschauen und entsprechend bewerten.“ Die Krankenhäuser müssten auch weiterhin gewappnet sein, um innerhalb kürzester Zeit wieder auf den „Krisenmodus“ umzustellen, falls die Zahl der Covid-19-Patienten wieder nach oben gehen sollte, sagte Laumann.

Nach fast sechs Wochen Aufschub und Absagen könnten die Kliniken nun wieder mehr planbare Operationen durchführen, heißt es auch in einem Konzept von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Dies ist wichtig, da auch das Verschieben von dringlichen Eingriffen, etwa bei Tumoren, oder von planbaren Operationen, etwa zum Hüftersatz, für die betroffenen Patienten gesundheitliches und seelisches Leid nach sich ziehen.“

Eine ausschließliche Bevorzugung von Covid-19-Patienten lasse sich auf Dauer nicht rechtfertigen, so das Konzept. Für Covid-19-Erkrankte sollen auch nach Spahns Vorschlag zunächst nur noch 25 statt bisher 50 Prozent der Intensivbetten reserviert werden.

(dpa)