Aachen: Krank im Job: Was Betriebe für Mitarbeiter tun können

Aachen: Krank im Job: Was Betriebe für Mitarbeiter tun können

Mitarbeiter, die erschöpft sind, einen Burn-Out erleiden, unter hartnäckigen Rückenbeschwerden leiden oder sogar eine Depression entwickeln: Ute Klein, die sich im Bereich des betrieblichen Coachings auf Gesundheitsfragen spezialisiert hat, sind diese Probleme vertraut. Sie möchte mit einer interdisziplinären Veranstaltung Unternehmen helfen, ihr Gesundheitsmanagement zu verbessern.

„Unternehmen 2020: Vital und leistungsstark“ findet am Freitag, 9. September, im Luisenhospital Aachen (Boxgraben 99) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, das Spektrum umfangreich.

„Wir wollen Unternehmen keine Vorwürfe machen, sondern Vorschläge anbieten, sie ermutigen“, sagt Ute Klein, die immer wieder betont, dass psychische und physische Gesundheit von Arbeitnehmern einen Betrieb aufwerten und stabilisieren. „Alles, was in die Gesundheit der Mitarbeiter investiert wird, lohnt sich“, sagt die Beraterin.

Sie führt mit fachlicher Begleitung den Teilnehmern vor Augen, was — oft fast unbemerkt — schief gehen kann, etwa bei der beruflichen Wiedereingliederung nach einer längeren Krankheit. Widmet man sich dem Mitarbeiter mit Professionalität oder verlässt man sich auf die Tabletten, die er gegen Müdigkeit, Schlafprobleme oder Traurigkeit von seinen Ärzten erhalten hat? Ein guter Arbeitgeber oder Personalleiter respektiert Individualität, weiß, wofür Mitglieder der Belegschaft sich begeistern oder wo sie besonders viel Kraft aufwenden müssen, wo sie sich „verbiegen müssen“, wie Ute Klein es nennt.

Nicht zuletzt Ermutigung und positives Feedback wirken sich auf Produktivität und Gesundheitszustand aller Beschäftigten aus. „Gute Kommunikation dient der Gesundheit“, versichert sie. Angst sei nicht förderlich. „Jemanden anzubrüllen oder herunterzuputzen, wenn er einen Fehler gemacht hat, bringt nichts“, versichert sie. Irgendwann drehe sich beim Mitarbeiter dann nur noch alles um die Angst, den Druck. „Früher war es der Säbelzahntiger, der den Leuten drohte, jetzt ist es der Chef. Der Stress ist ungeheuer, die Fehler nehmen zu, die Menschen drehen sich psychisch nur noch um die eigene Achse.“

Im Rahmen des Informationstages können Interessierte erfahren, wie das Immunsystem arbeitet und wie es geschwächt wird, was unter dem Begriff „Nebennierenerschöpfung“ zu verstehen ist und wie man im Idealfall Depression und Burn-out vorbeugen kann. Ute Klein informiert in einem Workshop über Leistungsblockaden und „unsichtbare Krisenherde“. Empfindliche Themen greifen Expertenrunden auf. Haben Mitarbeiter überhaupt die Gelegenheit, Prävention zu pflegen, betreibt man in der Führungsetage „Selbstsabotage“, kann Stress zum Auslöser von Allergien werden, die deutlich zunehmen?

Immer wieder steht das Betriebliche Gesundheitsmanagement im Vordergrund, die Chance, in der alltäglichen Praxis umzusetzen, was vermittelt wird. Und das kann man lernen. Zuvor ist allerdings die Erkenntnis wichtig, dass sich Betriebsgesundheit sogar unternehmerisch lohnt.