Eschweiler: Kraftwerks-Blockade: Haftrichter lässt drei Aktivisten frei

Eschweiler: Kraftwerks-Blockade: Haftrichter lässt drei Aktivisten frei

Einen Tag nach der Blockade-Aktion im RWE-Braunkohlekraftwerk Weisweiler hat der Haftrichter drei Aktivisten freigelassen. Sie sollen sich an Bandanlagen gekettet und damit das Kraftwerk über Stunden vom Nachschub abgeschnitten haben. Wegen der Blockade musste Netzbetreiber Amprion am Mittwoch kurzfristig Strom zukaufen.

Nachdem die drei Tatverdächtigen ihre Identität belegt hätten, seien sie freigelassen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Gegen sie wird wegen Störung öffentlicher Betriebe ermittelt und wegen Hausfriedensbruchs.

Mit ihrer Blockade-Aktion hatten insgesamt 13 Aktivisten das Kraftwerk bei Aachen über Stunden vom Kohlenachschub abgeschnitten. RWE musste drei von vier Blöcken stundenlang vom Netz nehmen. Nach Angaben des Energiekonzerns war es dadurch aber nicht zu Schwierigkeiten in der Stromversorgung gekommen.

Personalien noch nicht ermittelt

Die Personalien der anderen zehn Aktivisten sind den Angaben nach noch nicht ermittelt worden. Von den Männern und Frauen wurden laut Staatsanwaltschaft Bilder gemacht und von einigen auch Fingerabdrücke genommen. „Zum Teil war es aber auch so, dass die Fingerkuppen - wie das aus zahlreichen anderen Fällen bekannt ist - manipuliert wurden”, sagte Staatsanwalt Jost Schützeberg. So seien die Finger etwa mit Bitumen manipuliert worden. Bei diesen Personen sei die Abnahme von Fingerabdrücken nicht möglich gewesen.

Kurzfristig Strom benötigt

Wegen der Blockade des Kraftwerks musste Netzbetreiber Amprion am Mittwoch kurzfristig Strom zukaufen. Das bestätigte ein Amprion-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Zeitweise hatte Kraftwerkbetreiber RWE am Mittwoch drei Blöcke mit einer Gesamtleistung von 1,6 Gigawatt vom Netz genommen. Europaweit seien jedoch drei Gigawatt als Reserve verfügbar. Erst wenn diese Menge überschritten werde, könnte es kritisch werden, sagte der Amprion-Sprecher.

Zum Zeitpunkt der Blockade am Mittwoch sei der Strombedarf jedoch relativ gering gewesen, so dass Amprion keine Probleme gehabt habe, die fehlende Strommenge auszugleichen.

(pan/dpa)