Eschweiler/Inden: Kraftwerk Weisweiler: Logistik soll Braunkohle ersetzen

Eschweiler/Inden: Kraftwerk Weisweiler: Logistik soll Braunkohle ersetzen

Mit einem Logistikzentrum am RWE-Kraftwerkstandort Weisweiler soll der drohende Arbeitsplatzverlust in der Region durch das sich anbahnende Ende der Braunkohleförderung teilweise abgefangen werden. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn, dass es eine regionale Initiative gibt, um neue Wirtschaftskraft in die Region zu holen.

Gemeinsam mit dem Hafen Antwerpen und dem RWE soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, damit die Möglichkeiten für neues Gewerbe rund um den alten Kraftwerksstandort ausgelotet werden können. Erwartet wird, dass sich zwischen 700 und 800 neue Arbeitsplätze aufbauen lassen.

Das Logistikzentrum soll kein reiner Umschlagsplatz sein. Waren und Bauteile die vom Hafen Antwerpen angeliefert werden, sollen in umliegenden Gewerbegebieten in Eschweiler, Inden und auch Stolberg weiterverarbeitet werden.

Dieses Ziel sei mit oberster Priorität zu verfolgen, forderte der Grünen Landtagsabgeordnete. „Nur Container stapeln bringt nicht viele Arbeitsplätze“, sagte Priggen.

Der Streit um eine geplante Klimaabgabe für ältere Braunkohlekraftwerke hatte die Angst geschürt, das Kraftwerk Weisweiler und der Tagebau Inden könnten frühzeitig aufgegeben werden. Zwar ist diese Abgabe vom Tisch, doch vielen politischen Akteuren ist vor Augen geführt worden, dass die Braunkohleförderung in der Region endlich ist — spätestens wenn der Tagebau Inden 2030 ausgekohlt ist.

Aus diesem Grund ist seit Monaten Bewegung in der Diskussion darum, wie der Strukturwandel in der Region aussehen soll. Priggen mahnt in den folgenden Jahren zu geschlossenem Auftreten der Region. „Nur so können die Voraussetzungen für ein solch großes Projekt geschaffen werden“, sagte Priggen.

Ein Knackpunkt des Logistikzentrums ist beispielsweise fehlende Leistungsfähigkeit des Schienennetzes zwischen Aachen und Köln. Seit Jahrzehnten schon fordert die Region ein drittes Gleis auf dieser Strecke.

Folglich will Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) mehr Unterstützung seitens des Landes NRW. „Ich kann da bislang nicht erkennen, dass man dort ernsthaft den Strukturwandel dieser Region mit Priorität beobachtet“, sagte Etschenberg.

Mehr von Aachener Zeitung