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Kreis Düren weiter teuer: Kommunen in NRW drehen häufig an der Steuerschraube

Kreis Düren weiter teuer : Kommunen in NRW drehen häufig an der Steuerschraube

Viele Städte und Gemeinden in NRW haben auch im vergangenen Jahr an der Steuerschraube gedreht. Jede vierte Kommune erhöhte 2019 den Hebesatz der Grundsteuer B. In den zehn teuersten Kommunen Deutschlands kommen auch zwei aus dem Kreis Düren vor.

Bundesweit haben das nur neun Prozent aller Kommunen ihre Grundsteuer B erhöht, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Mit Aufschlägen bei der Gewerbesteuer waren die NRW-Kommunen zurückhaltender. Hier hat nur etwa jede Sechste im vergangenen Jahr den Hebesatz erhöht.

Grund- und Gewerbesteuer sind wichtige Einnahmequellen für Städte und Gemeinden und können von ihnen selbst über die sogenannten Hebesätze festgelegt werden, mit denen der sogenannte Steuermessbetrag multipliziert wird. Die Gewerbesteuer müssen Unternehmen zahlen – wie hoch sie ist, ist auch ein wichtiger Standortfaktor. Die Grundsteuer B wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und wird von Eigentümern bezahlt oder auf die Mieter umgelegt.

Bei der Grundsteuer B waren die NRW-Kommunen mit durchschnittlich 546 Punkten bundesweit Spitzenreiter unter den Flächenländern. Der deutsche Durchschnittssatz beträgt 380 Punkte.

Den höchsten Hebesatz in NRW verlangte der Studie zufolge Bergneustadt im Oberbergischen Kreis mit 959 Punkten. Den bundesweit höchsten Satz hat Lautertal in Hessen mit 1050 Punkten. Bundesweit auf Platz sechs landete Hürtgenwald aus dem Kreis Düren (Platz zwei im NRW-Vergleich) und auch Nörvenich landete mit einem Hebesatz von 910 Prozent noch auf Platz 10. Im bundesweiten Vergleich der Großstädte ab 100.000 Einwohnern landet Aachen mit 525 Prozent auf dem 40. Platz. Zum Vergleich: Offenbach am Main landet mit 995 Prozent auf dem ersten Platz, auf dem 77. Platz kommt Gütersloh mit dem niedrigsten Hebesatz von 381 Prozent.

Vergleichsweise günstig kamen Eigentümer und Mieter in Verl (Kreis Gütersloh) weg, wo der Grundsteuer-Hebesatz bei 230 Punkten lag. Im regionalen Vergleich gab es niedrige Hebesätze in den Städten Wassenberg (413 Prozent) und Erkelenz (420 Prozent) im Kreis Heinsberg. Im Durchschnitt zahlte jeder Einwohner Nordrhein-Westfalens 210 Euro Grundsteuer im Jahr, vier Euro mehr als 2018.

Auch bei der Gewerbesteuer haben die NRW-Kommunen mit durchschnittlich 451 Punkten den höchsten Hebesatz aller Flächenländer. Hier beträgt der Bundesdurchschnitt 364 Punkte. Den höchsten NRW-Hebesatz hat die Ruhrgebietsstadt Oberhausen mit 580 Punkten. Bei der Gewerbesteuer schnitten gleich drei Kommunen aus dem Kreis Düren teuer ab: Heimbach und Nörvenich landen mit einem Hebesatz von 550 Prozent auf Platz fünf und acht, Linnich kommt mit 540 Prozent nur etwas besser davon auf Platz neun. Im Vergleich der deutschen Großstädte schneidet Aachen bei der Gewerbesteuer schlechter als bei der Grundsteuer B ab: Mit 475 Prozent landet die Kaiserstadt auf Platz 25 der 77 Städte.

Den niedrigsten Satz hat die für ihre Niedrig-Steuer-Politik bekannte Stadt Monheim (Kreis Mettmann) mit 250 Punkten. In der Region gibt es die niedrigste Gewerbesteuer erneut in Wassenberg (411 Prozent).