Borkenkäferplage: Kommunale Waldbesitzer sprechen sich für Bundeswehr-Hilfe aus

Borkenkäferplage : Kommunale Waldbesitzer sprechen sich für Bundeswehr-Hilfe aus

Gefräßige Borkenkäfer sorgen in NRW für Millionenschäden, vor allem an Fichtenbeständen. Um die Plage einzudämmen, ist aus anderen Regionen bereits ein Hilferuf an die Bundeswehr ergangen. In NRW ist man dazu geteilter Meinung.

Zur Eindämmung der Borkenkäferplage sprechen sich die kommunalen Waldbesitzer für einen Hilfseinsatz der Bundeswehr in nordrhein-westfälischen Wäldern aus. „Die Krise in den Wäldern hat die Vorstufe zur Apokalypse erreicht. Wir kriegen das alleine nicht mehr gemanagt“, sagte die Geschäftsführerin des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW, Ute Kreienmeier, am Mittwoch in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen dringend Hilfe.“ Das Verteidigungsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Bundeswehr Amtshilfe in deutschen Wäldern prüfe.

Die Soldaten könnten beim Markieren und Fällen geschädigter Bäume sowie bei deren Entrindung und Abtransport unterstützen, sagte Kreienmeier. Das befallene Holz müsse so schnell wie möglich aus den Wäldern geschafft werden, damit sich die Käfer von dort nicht weiter ausbreiten könnten. „Wir haben inzwischen so viel Holz im Wald liegen, dass wir mit dem Abtransport nicht mehr nachkommen.“

Angesichts der dramatischen Situation der Wälder auch infolge von Sturmschäden und Dürre sei ein „nationaler Aktionsplan“ von Bund und Ländern erforderlich, forderte Kreienmeier. Ein entsprechendes Positionspapier wolle der Verband bei seiner Vorstandssitzung am Freitag verabschieden.

In Nordrhein-Westfalen sind vor allem Fichten stark betroffen. Waldbesitzer sind aufgerufen, befallene Bäume möglichst schnell zu fällen, aus dem Wald zu holen und so die Vermehrung der Käfer einzudämmen.

Die privaten Waldeigentümer in Nordrhein-Westfalen sehen deshalb auch Unterstützungsbedarf bei der Eindämmung und Beseitigung von Borkenkäferschäden - allerdings ausdrücklich nicht von der Bundeswehr. Sofern finanzielle Hilfsmittel für die Bewältigung dieser Naturkatastrophe unbürokratisch bereitgestellt würden, sehen sich die nordrhein-westfälischen Waldbauern „sehr gut selber in der Lage der Situation Herr zu werden“, teilte der Waldbauernverband auf Anfrage mit.

Allerdings forderten die privaten Waldeigentümer, insbesondere jene mit kleinen Flächen, Unterstützung der Landesforstverwaltung bei einzelnen Aspekten. Eine Verbrennung von Käferholz in Großkraftanlagen oder auch Genehmigungen zur Lagerung von Holz könne nicht privat organisiert werden. Hier könnte der Bund die Länder unterstützten.

(dpa)
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