Kommentiert: Zaudern. Zögern. Chance vertan!

Kommentiert: Zaudern. Zögern. Chance vertan!

Man muss Aachen Olé nicht mögen. Eine Party halt. Sicher keine Hochkultur. Aber es spricht Zehntausende an. Trotzdem tut sich die Region schwer damit.

Aachen nutzt den Vorwand der Anwohnerbelästigung — dabei war am Tivoli nebenan alle zwei Wochen ein ähnlicher Auflauf absehbar, wenn Alemannia noch in der Liga spielen würde, die eigentlich beim Stadionbau geplant war. Und in Würselen scheint man auf eine solche Anfrage schlicht nicht vorbereitet gewesen zu sein.

Natürlich musste sich im Ordnungsamt einer Stadt, die nicht einmal doppelt so viele Einwohner hat wie zur Veranstaltung erwartet wurden, bislang noch niemand mit einer solchen Großveranstaltung beschäftigen. Aber wenn die Verantwortlichen der Flugplatz Merzbrück GmbH tatsächlich davon träumen, den Flugplatz als Standort für Open-Air-Konzerte zu etablieren, dann hätten sie das anders vorbereiten müssen.

Warum haben sie nicht längst die Mindestbedingungen für die Genehmigung eines solchen Mega-Events bei anderen Standorten erfragt, die mehr Erfahrung damit haben? Dann hätten sie dem Veranstalter bei den Gesprächen mit der Stadt zur Seite springen und Bedenken ausräumen können. Stattdessen warten sie auf einen Nutzungsantrag — und tun nichts! Zaudern. Zögern. Chance vertan.

Dabei ist der Ort optimal: keine Wohnhäuser in der Nähe, Autobahnanschluss, viel Platz drumherum. Schade für die, die gerne gefeiert hätten. Und finanziell hätten die Ausgaben der 20 000 Besucher sicher auch ihre Spuren in der Stadtkasse hinterlassen.

Mehr von Aachener Zeitung