Aachen: Königin Silvia bringt Schwung in CHIO-Start

Aachen: Königin Silvia bringt Schwung in CHIO-Start

Dieses Wortspiel war dann doch offenbar unvermeidlich: „Alter Schwede“, sagte Uwe Brandt am Freitag bei der Präsentation der Eröffnungsfeier des CHIO Aachen 2016. Denn nach seinen Vorstellungen sollen die Zuschauer am Ende der auf 105 Minuten angesetzten Show am späten Dienstagabend des 12. Juli im Springstadion der Aachener Soers sagen: „Alter Schwede, war das schön.“

Neben Themen wie Pippi Langstrumpf, den Wikingern oder auch der mittelalterlichen Hanse, die das Partnerland Schweden zu bieten habe, wollte Uwe Brandt allzu viele Details zwar nicht verraten. Aber bereits jetzt dürfte feststehen, dass es auf jeden Fall eine besondere Eröffnungsfeier werden wird.

Dafür sorgen einerseits das Flutlicht — wie bei der Europameisterschaft 2015 beginnt die Show erst abends um 20 Uhr — und andererseits die Anwesenheit ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden.

„Das ist natürlich ein Riesenmotor für unsere Eröffnungsfeier“, sagte Turnierdirektor Frank Kemperman. Und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Denn zum einen erhofft sich der veranstaltende Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) natürlich möglichst viele Zuschauer, die einen Blick auf die Königin werfen wollen.

Zum anderen setze ihre Beteiligung auch viele Dinge im Partnerland in Bewegung und sorge dort „für eine Riesenbegeisterung“, wie Kemperman in den Gesprächen mit den skandinavischen Partnern festgestellt hat. „Manchmal muss man sie sogar etwas bremsen“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Denn die Schweden, die nicht nur die Eröffnungsfeier prägen werden, sondern auch auf dem Aachener Markt empfangen werden und sich auf dem Turniergelände mit vielen Schaubildern und einem eigenen Dorf in der Zeltstadt präsentieren, sind nicht nur begeistert, sondern manchmal auch etwas eigen — vor allem, wenn es um ihre Königin geht.

Das musste auch Uwe Brandt feststellen, der als Intendant des Grenzlandtheaters Aachen den ALRV bereits bei der Reit-EM im vergangenen Jahr kreativ beraten hat. „Die Königin kommt nicht einfach so ins Stadion. Sie wird begleitet von ihrer berittenen Garde und fährt in ihrer königlichen Kutsche und“, fügt der Aachener Brandt lächelnd hinzu, „steigt nur links aus.“ Das sei schon immer so gewesen, habe ihm das schwedische Protokoll unmissverständlich zu verstehen gegeben.

Neben ihrer Königin bringen die Schweden sowohl die Werke von Astrid Lindgren, die während der Eröffnungsfeier eine Rolle spielen werden, als auch die Musik und die Original-(!)-Kostüme von Abba mit nach Aachen. Außerdem stehe man kurz vor der Verpflichtung eines international bekannten schwedischen Popstars, dessen Name die Organisatoren bis zur Vertragsunterschrift noch nicht nennen wollten.

Ebenso verschweigen sie das Budget für die Eröffnungsshow. An den Kosten für die beteiligten 500 Akteure und 160 Pferde würden sich die Partner aus Schweden erstens beteiligen und zweitens gingen sie im Gesamtbudget des Reitturniers in Höhe von 14,5 Millionen Euro auf.