Prozess: Kölner soll Staat um mehr als sechs Millionen betrogen haben

Prozess: Kölner soll Staat um mehr als sechs Millionen betrogen haben

Durch den Betrug mit sogenannten Umsatzsteuerkarussellen sollen dem Staat jährlich Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Ein Fall in Krefeld zeigt nun: Den staatlichen Vorkehrungen zum Trotz drehen sich die Karusselle anscheinend immer noch.

Mit zahlreichen Scheinfirmen soll ein Unternehmer aus Köln ein schwunghaftes sogenanntes Umsatzsteuerkarussell betrieben haben. Von diesem Donnerstag (9.30 Uhr) an muss sich der 58-Jährige vor dem Krefelder Landgericht verantworten. Ihm wird Steuerhinterziehung in 29 Fällen vorgeworfen. Schadenshöhe laut Anklage: mehr als sechs Millionen Euro.

Bei dem Firmennetzwerk hat es sich nach Überzeugung der Ermittler um ein reines Betrugssystem gehandelt. Die Unternehmen, die angeblich mit Informationstechnik Handel trieben, sollen nur dem Zweck gedient haben, dem Finanzamt Ausfuhren ins Ausland vorzutäuschen und Steuererstattungen zu kassieren.

Der Tatzeitraum wird mit 2013 bis 2017 angegeben. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage vorgesehen. Durch den Betrug mit sogenannten Umsatzsteuerkarussellen sollen dem Staat jährlich Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Der Fall in Krefeld zeigt: Die staatlichen Vorkehrungen gegen den Betrug greifen anscheinend immer noch zu kurz.

(dpa)
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