1. Region

Köln: Kölner Demo-Wochenende: Erst Kurden, dann Rechtsextremisten

Köln : Kölner Demo-Wochenende: Erst Kurden, dann Rechtsextremisten

Fast 30.000 Kurden haben in Köln für die Freilassung von PKK-Chef Abdullah Öcalan und gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist in der EU als Terrororganisation eingestuft und in Deutschland verboten.

Die Redner der Kundgebung vertraten am Samstag aber den Standpunkt, nur unter Einbindung der PKK und Öcalans könne eine Friedenslösung mit der Türkei gefunden werden.

Viele Demonstranten schwenkten Fahnen mit Öcalans Bildnis, auch auf der Bühne hing ein großes Bild von ihm. Vor fünf Wochen hatten an gleicher Stelle mehrere zehntausend Erdogan-Anhänger demonstriert.

Die kurdische Kundgebung verlief friedlich. Polizeipräsident Jürgen Mathies führte dies auf klare Vorgaben der Polizei und auf zahlreiche Vorgespräche sowohl mit kurdischen als auch mit türkischen Gruppen zurück. Auch die Veranstalter hätten konstruktiv zu einem sicheren Ablauf beigetragen, sagte Mathies der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 1000 Polizisten seien eingesetzt worden.

Bei der Kundgebung griff der Vorsitzende der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, die Erdogan-Regierung als „diktatorisch” an. Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger forderte die Freilassung Öcalans. „Wir dürfen auch nicht akzeptieren, dass die PKK in Deutschland verboten ist”, sagte er.

Am Sonntag war die Kölner Polizei noch einmal mit 1000 Beamten im Einsatz, weil die rechtsextremistische Partei Pro NRW gegen Erdogan demonstrierte. Dazu versammelten sich bei regnerischem Wetter aber nur etwa 50 Personen vor dem Hauptbahnhof. In Sichtweite fand eine linke Gegendemonstration mit etwa 60 Leuten statt.

(dpa)