Köln: Kölner „Ausbrecherkönig” erneut zu Haftstrafe verurteilt

Köln: Kölner „Ausbrecherkönig” erneut zu Haftstrafe verurteilt

Ein als „Ausbrecherkönig” bekanntgewordener Schwerkrimineller ist am Donnerstag vor dem Kölner Amtsgericht wegen Unterschlagung und versuchten Betruges zu einer einjährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

Der 60-Jährige, der fast die Hälfte seines Lebens hinter Gittern verbrachte, hatte erst im Januar dieses Jahres vor dem Amtsgericht eine Bewährungsstrafe kassiert. Vor Jahren war ihm im Kölner Landgericht während einer Urteilsverkündung die Flucht durch einen Sprung aus dem Fenster gelungen.

Keine drei Wochen nach seiner letzten Verurteilung hatte der Angeklagte Kontakt zu einem 89-jährigen Rentner aufgenommen, dessen Ärger mit der städtischen Friedhofsverwaltung für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Berufsverbrecher hatte aus der Zeitung von dem Fall erfahren und dem Rentner scheinbar selbstlos seine Hilfe angeboten.

„Die Kontaktaufnahme geschah nur zu dem einzigen Zweck, den alten Mann abzuzocken”, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Dazu hatte sich der Angeklagte von seinem Opfer die Korrespondenz geben lassen und beim Durchblättern der Papiere auf das 2000 Euro teure Hörgerät gestoßen. Anstatt den Apparat dem Rentner zurückzugeben, hatte er 150 Euro Finderlohn verlangt.

„Perfide und hinterhältig” bezeichnete der Ankläger dieses Vorgehen. Auch das Gericht sprach von einem „rücksichtslosen Ausnutzen einer Vertrauensposition und Hilflosigkeit”.