Köln: Köln droht Anfang März stärkeres Hochwasser

Köln: Köln droht Anfang März stärkeres Hochwasser

Die Einwohner im Großraum Köln müssen sich ab Ende Februar auf ein stärkeres Hochwasser einstellen.

nfang März sei ein Pegelstand von etwa acht Meter möglich, sagte der Leiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt, der Nachrichtenagentur ddp.

Bereits Ende der kommenden Woche könne der Kölner Pegel auf über sechs Meter steigen, was im Schnitt zweimal im Jahr geschieht. „Dann wird es langsam kribbelig”, meinte Vogt. Ab einem Pegel von über sieben Metern drohen erste Überschwemmungen von Wohngebieten. Entscheidend für die Entwicklung in Köln ist der Niederschlag in einem rund 140.000 Quadratkilometer großen Areal, das von Frankreich und den Alpen bis nach Rheinland-Pfalz reicht, erläuterte Vogt: „Für ein so großes Gebiet zuverlässige Wetterprognosen zu erstellen, ist natürlich nicht einfach.” Größere Regenfälle in Kombination mit Tauwetter entlang der wichtigsten Rhein-Zuflüsse seien die wesentlichen Faktoren des Frühjahrs-Hochwassers.

Von Bedeutung ist das Hochwasser auch für den Kölner U-Bahnbau. So soll mit einer kontrollierten Flutung eventuell die in Rheinnähe liegende Baustelle Heumarkt vom Druck des Grundwassers entlastet werden. Dazu werden derzeit ein Schott und weitere Sicherungsmaßnahmen eingebaut, ohne die die Baustelle nur bis zu einem Pegelstand von etwa 6,50 Meter sicher wäre.

Generell sieht Vogt Köln gut gerüstet für den steigenden Wasserstand des Rheins: „Bis zu einem Pegelstand von zehn Metern bekommen haben wir keine Probleme.” Schwierig wird die Situation, wenn das Hochwasser längere Zeit anhält: „Dann drückt das Grundwasser von unten und den Seiten gegen die Fundamente der Häuser.” Die Feingesteine unter den Fundamenten würden weggespült, was schlimmstenfalls zum Gebäudeeinsturz führen könnte. Unter diesen Umständen sei es mitunter sinnvoll, die Keller zu fluten, zum Beispiel, indem man den Estrich im Keller anbohrt, rät Vogt. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Köln etwa 260 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. So wurden rund 60 Kilometer Anlagen zum Hochwasserschutz, wie Deiche, Hochwasserschutzmauern oder mobile Schutzwände, neu gebaut oder saniert.

Mit den Anlagen ist Köln nach Angaben des Landesumweltministeriums gegen ein 100-jähriges Rekord-Hochwasser gesichert, in den nördlichen Stadtbereichen sogar gegen ein 200-jähriges Hochwasser.

Die Jahrhunderthochwasser in den Jahren 1926, 1993 und 1995 übertrafen die Marke von zehn Meter. Der Normalwasserstand des Rheins bei Köln liegt bei 3,48 Meter.